Wärmepumpe vs. Infrarotheizung – Kostenvergleich 2026
Autor: Tóth Tamás · 9 Min. Lesezeit
Beispielrechnung für ein gut gedämmtes 120-m²-Haus: Investition, Strompreis, H-Tarif, Jahresverbrauch und Wartung bei Wärmepumpe und Infrarotheizung – alle Annahmen sind gekennzeichnet, damit Sie mit Ihren eigenen Daten nachrechnen können.
Bei der Investition ist in der Regel die Infrarotheizung, im Betrieb die Wärmepumpe günstiger. In unserer im Juli 2026 erstellten Beispielrechnung für ein 120-m²-Haus mit hervorragender Dämmung schätzten wir den Aufbau einer Infrarotheizung mit Heizfolie auf 1,2–2,5 Millionen HUF und den einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung auf 3,5–6 Millionen HUF; die jährlichen Heizkosten betrugen dagegen mit Wärmepumpe ca. 103 560 HUF, mit Infrarotheizung ca. 294 000 HUF. Das sind Schätzungen, keine Angebote: Unten legen wir alle Annahmen offen, damit Sie auch für Ihr Haus nachrechnen können.
Beide Technologien sind elektrische Heizungen: Die Wärmepumpe nutzt mit Strom die Umgebungswärme, die Infrarotheizung wandelt den Strom direkt in Strahlungswärme um. Die Entscheidung hängt daher nicht an einer einzelnen Zahl, sondern am Zusammenspiel von Investition, Strompreis, Tarif, Wartung und Komfortbedürfnis.
Die beiden Systeme in Kürze
Wärmepumpe – Nutzung der Umgebungswärme
Die Wärmepumpe entzieht der Luft, dem Wasser oder dem Erdreich Wärme und bringt sie unter Einsatz von elektrischer Energie ins Gebäude; viele Typen können im Sommer auch kühlen. Ihre Effizienz zeigt die Leistungszahl (COP), bezogen auf die Heizsaison die Jahresarbeitszahl (SCOP).
Vorteile:
- Hoher Wirkungsgrad: Aus 1 kWh Verbrauch erzeugt sie in der Regel 3–5 kWh Wärme; der genaue Wert hängt von der Außentemperatur und der Heizwassertemperatur ab.
- Heizen und Kühlen in einem: Die Luft-Luft-Klimaanlage und reversible Luft-Wasser-Systeme kühlen im Sommer auch.
- Niedrige Betriebskosten: Wegen der hohen Leistungszahl braucht sie für dieselbe Wärme weniger Strom, und in der Heizsaison kann der vergünstigte H-Tarif genutzt werden (Bedingungen unten). Für den früher beliebten Geo-Tarif kann kein neuer Vertrag mehr abgeschlossen werden.
- Geringere Nutzung fossiler Energie: Der größere Teil der Wärme stammt aus der Umgebung.
Nachteile:
- Hohe Investitionskosten: besonders bei Erdsonden- und Wasser-Wasser-Systemen, bei denen auch Erdarbeiten nötig sind.
- Aufwendige Installation: Sie erfordert haustechnische Planung und fachgerechte Ausführung.
- Wärmeabgabesystem: Sie arbeitet bei niedriger Vorlauftemperatur am effizientesten und passt daher am besten zu Fußbodenheizung, Deckenheizung oder Wandheizung; bei einem vorhandenen Heizkörpersystem kann eine größere Dimensionierung nötig sein.
- Bei Kälte sinkender Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad der Luft-Wärmepumpe sinkt unter dem Gefrierpunkt deutlich, daher kann für die kältesten Tage eine Zusatzheizung nötig sein.
- Wartung: Sie erfordert eine regelmäßige, von Fachleuten durchgeführte Kontrolle.
- Außeneinheit: Die Außeneinheit von Luftsystemen ist hörbar, ihr Standort ist auch mit Rücksicht auf die Nachbarn zu wählen.
Infrarotheizung – Strahlungswärme
Die Infrarotheizung gibt die Wärme als Infrarotstrahlung ab: Sie erwärmt in erster Linie nicht die Luft, sondern Körper, Gegenstände und die begrenzenden Oberflächen, das Wärmeempfinden ähnelt dem bei Sonnenschein.
Vorteile:
- Gleichmäßiges Wärmeempfinden: Dank der warmen Oberflächen kann der Raum schon bei niedrigerer Lufttemperatur komfortabel sein – diese Ersparnis ist eine der Annahmen der Rechnung, siehe unten.
- Keine Luftbewegung durch Ventilatoren: Die Strahlungsheizung wirbelt weniger Staub auf, was auch für Allergiker günstig sein kann.
- Geringere Investition: Anschaffung und Installation sind in der Regel deutlich günstiger als bei der Wärmepumpe.
- Einfache Installation: in Gipskarton (Heizfolie, Heizfilm), unter den Belag (Heizmatte, Heizkabel), an Wand oder Decke (Infrarot-Heizpaneel, Heizpaneel).
- Geringer Wartungsbedarf: Sie enthält keine beweglichen Teile und braucht keine regelmäßige jährliche Wartung.
- Raumweise Regelung: Jeder Raum lässt sich mit einem eigenen Thermostat steuern, sodass nur dort und dann geheizt wird, wo und wann es nötig ist.
- Schnelle Reaktion: Paneele und Deckenfolie spenden schnell spürbare Wärme; bei einem System unter dem Belag muss sich auch der Belag erwärmen.
Zum Elektrosmog: Jede elektrische Heizung erzeugt ein elektromagnetisches Feld, daher ist die Aussage „sendet keinen Elektrosmog aus“ ungenau. Unsere eigenen Messwerte zur Heizfolie veröffentlichen wir auf unserer Elektrosmog-Seite.
Nachteile:
- Kühlt nicht: Für die Sommerkühlung braucht es eine gesonderte Klimaanlage.
- Teurere Stromeinheit: Der Strom wird vollständig in Wärme umgewandelt (100 % Wirkungsgrad), doch ohne die Leistungszahl der Wärmepumpe verbraucht sie mehr Strom, und der H-Tarif ist dafür nicht nutzbar (siehe unten).
Die Annahmen der Beispielrechnung
Die Rechnung haben wir im Juli 2026 erstellt. Energie- und Ausführungspreise ändern sich, und die Beträge für Investition und Wartung sind unsere eigene Schätzung, keine amtlichen Daten – deshalb kennzeichnen wir jede Annahme gesondert.
- Gebäude (Annahme): ein neu gebautes, hervorragend gedämmtes Einfamilienhaus mit 120 m² Grundfläche und einem spezifischen Heizwärmebedarf von 50 kWh/m²/Jahr. Der jährliche Heizwärmebedarf beträgt damit 120 m² × 50 kWh/m²/Jahr = 6000 kWh/Jahr.
- Allgemeiner Strompreis (Tarif A1/A2): 70 HUF/kWh. Das ist der gerundete Haushaltsmarktpreis: Laut Auskunft von MVM Next beträgt der Preis für den Verbrauch oberhalb der vergünstigten Menge von 2523 kWh im Jahr in den Tarifen A1 und A2 70,104 HUF/kWh. Das Beispiel rechnet den gesamten Strombedarf der Heizung zu diesem Preis; wenn der sonstige Verbrauch des Hauses das vergünstigte Kontingent nicht ausschöpft, kommt ein Teil der Heizung günstiger.
- H-Tarif (Wärmepumpe): als vorsichtige Annahme 40 HUF/kWh. Die Mitteilung von MVM Optimum beziffert den Preis des H-Tarifs niedriger, auf ~22–24 HUF/kWh, die tatsächlichen Stromkosten der Wärmepumpe können also auch unter dem Beispiel liegen. Der H-Tarif ist vom 15. Oktober bis 15. April mit separatem Zweitarifzähler für Wärmepumpensysteme mit einem SCOP von mindestens 3,4 nutzbar; für Elektrokessel, Infrarot-Heizpaneele und Elektro-Heizkörper nicht. Außerhalb der Heizperiode läuft die Wärmepumpe im allgemeinen Tarif.
- Photovoltaik: Die Rechnung berücksichtigt sie nicht; ihre Wirkung behandeln wir in einem eigenen Abschnitt.
- Wartung (unsere Schätzung): bei der Wärmepumpe 35 000 HUF pro Jahr; bei der Infrarotheizung rechnen wir nicht mit Wartungskosten.
Kostenrechnung – die Zahlen des Beispiels
1. Wärmepumpe (Luft-Wasser, mit Fußbodenheizung)
- Mittlere Leistungszahl (Annahme): 3,5 – also aus 1 kWh Verbrauch 3,5 kWh Wärme.
- Jährlicher Strombedarf: 6000 kWh ÷ 3,5 = ~1714 kWh/Jahr.
- Jährliche Stromkosten (H-Tarif, mit 40 HUF/kWh): 1714 kWh × 40 HUF/kWh = ~68 560 HUF/Jahr.
- Investition (unsere Schätzung, inklusive Installation und Fußbodenheizung): 3.500.000–6.000.000 HUF, im Mittel 4.750.000 HUF.
- Wartung (unsere Schätzung): ~35 000 HUF/Jahr.
- Jährliche Kosten insgesamt: 68 560 HUF + 35 000 HUF = 103 560 HUF/Jahr.
2. Infrarotheizung (Heizfolie oder Infrarot-Heizpaneel)
- Wirkungsgrad: 100 % – aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme.
- Komfort-Annahme: Dank der Strahlungswärme kann der Raum schon bei einer um 2–3 °C niedrigeren Lufttemperatur komfortabel sein, daher nehmen wir an, dass für den Wärmebedarf von 6000 kWh auch 20–30 % weniger Strom genügen. Das Beispiel rechnet mit dem oberen Wert der Spanne, 30 %: 4200 kWh/Jahr. Das ist der empfindlichste Punkt der Rechnung: Das Ausmaß der Ersparnis hängt vom Gebäude, von der Regelung und von den Nutzungsgewohnheiten ab und ist nicht garantiert; mit dem unteren Wert der Spanne sind die Kosten der Infrarotheizung höher. Tritt sie nicht ein, beträgt der Strombedarf die vollen 6000 kWh, und die Kosten steigen proportional.
- Jährliche Stromkosten (allgemeiner Tarif): 4200 kWh × 70 HUF/kWh = ~294 000 HUF/Jahr.
- Investition (unsere Schätzung, inklusive Installation, als Fußbodenheizung mit Heizfolie): 1.200.000–2.500.000 HUF, im Mittel 1.850.000 HUF.
- Wartung: Wir rechnen nicht damit.
- Jährliche Kosten insgesamt: ~294 000 HUF/Jahr.
Wie sich die Komfort-Annahme in der Messung zeigt, steht in unserem Artikel zur Containermessung von Klimaanlage und Infrarotheizung: Auch dort erscheint sie als über die gemessenen Daten hinausgehende, angenommene Korrektur.
Das Beispiel in einer Tabelle
| Posten | Wärmepumpe (Luft-Wasser) | Infrarotheizung (Heizfolie) |
|---|---|---|
| Investition (unsere Schätzung) | 3,5–6 Mio. HUF | 1,2–2,5 Mio. HUF |
| Jährlicher Strombedarf | ~1714 kWh | ~4200 kWh (mit Komfort-Annahme) |
| Strompreis im Beispiel | 40 HUF/kWh (H-Tarif, vorsichtige Annahme) | 70 HUF/kWh (Marktpreis A1/A2) |
| Jährliche Stromkosten | ~68 560 HUF | ~294 000 HUF |
| Wartung (unsere Schätzung) | ~35 000 HUF/Jahr | nicht berücksichtigt |
| Jährliche Kosten insgesamt | ~103 560 HUF | ~294 000 HUF |
Wann holt die Wärmepumpe die Mehrinvestition wieder herein?
Die einfache Amortisationszeit ist die Mehrinvestition der Wärmepumpe geteilt durch die Differenz der jährlichen Kosten beider Systeme. Mit den Mittelwerten des Beispiels ist der Aufbau der Wärmepumpe fast drei Millionen Forint teurer, ihre jährlichen Kosten sind dafür wesentlich geringer; der Quotient beträgt grob anderthalb Jahrzehnte. Das Ergebnis hängt stark von den Annahmen ab:
- Die Amortisation ist kürzer, wenn der tatsächliche Preis des H-Tarifs unter den im Beispiel angesetzten 40 HUF/kWh liegt, wenn die Komfort-Ersparnis der Infrarotheizung kleiner ausfällt als angenommen oder wenn die Wärmepumpe im unteren Teil der Investitionsspanne realisiert wird.
- Sie ist länger, wenn Wartung und Reparatur der Wärmepumpe mehr kosten als geschätzt, wenn die Investition im oberen Teil der Spanne liegt oder wenn ein Teil des Stroms der Infrarotheizung zum vergünstigten Preis verbraucht wird.
- Die Rechnung enthält weder Lebensdauer und Austausch der Geräte noch den Wert der Kühlung und Förderungen – diese sollten Sie anhand Ihrer eigenen Angebote ergänzen.
Kombiniert mit Photovoltaik
Da beide Systeme mit Strom arbeiten, kann die eigene Photovoltaikerzeugung bei beiden die aus dem Netz bezogene Strommenge senken.
- Wärmepumpe + Photovoltaik: Zum jährlichen Heizstrombedarf des Beispiels von ~1714 kWh kann schon eine kleinere Photovoltaikanlage spürbar beitragen.
- Infrarotheizung + Photovoltaik: Die ~4200 kWh sind ein größerer Bedarf, dafür wird eine größere, aber bei einem Einfamilienhaus noch realistische Anlage benötigt. Ein Teil der Summe, die wegen der niedrigeren Investition übrig bleibt, kann in Photovoltaik oder Energiespeicherung zu Hause fließen.
Zwei Grenzen sollte man vorab kennen. Der Heizbedarf ist im Winter am größten, wenn die Photovoltaikanlage am wenigsten erzeugt, sodass die Stromkosten der Heizung auch mit Photovoltaik nicht verschwinden. Außerdem gilt seit dem 1. Januar 2024 bei neuen Haushaltsanlagen in Ungarn die Bruttoabrechnung: Der eingespeiste und der bezogene Strom werden getrennt abgerechnet, deshalb lässt sich der Sommerüberschuss nicht auf die Winterheizung übertragen. Details behandelt unser Artikel zum Heizen mit Photovoltaik.
Fazit: wann welche?
- Investition: Im Beispiel ist die Infrarotheizung (1,2–2,5 Mio. HUF) wesentlich günstiger als die Wärmepumpe mit Fußbodenheizung (3,5–6 Mio. HUF).
- Jährliche Kosten mit Netzstrom: mit Wärmepumpe ~103 560 HUF, mit Infrarotheizung ~294 000 HUF – der Betrieb der Wärmepumpe ist wegen der höheren Leistungszahl und des H-Tarifs günstiger.
- Mit Photovoltaik: Der Strombezug lässt sich bei beiden senken, doch Winterproduktion und Bruttoabrechnung setzen Grenzen.
- Komfort und Funktion: Die Wärmepumpe kann auch kühlen; die Infrarotheizung heizt nur, spendet aber Strahlungswärme ohne Luftbewegung durch Ventilatoren.
Die Wärmepumpe ist eine gute Wahl, wenn die höheren Anfangskosten kein Hindernis sind, Sie langfristig möglichst niedrige Betriebskosten anstreben, auch Kühlung wünschen und mit Flächenheizung und H-Tarif planen.
Die Infrarotheizung ist eine gute Wahl, wenn der Investitionsrahmen enger ist, eine schnelle und einfache Ausführung nötig ist, Sie ein gut gedämmtes Haus sanieren oder raumweise, zeitweise heizen möchten. Auch für kleinere, gezielte Heizaufgaben – etwa Setzlingsheizung oder Terrassenheizung – passt sie gut.
Die endgültige Entscheidung hängt von den Gegebenheiten des Hauses, vom Budget und von den Nutzungsgewohnheiten ab. Die obigen Zahlen sollten Sie mit Ihrer eigenen Grundfläche, Ihrem Wärmebedarf und den erhaltenen Angeboten neu rechnen, bevor Sie entscheiden.
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