Energiespeicherung zu Hause – Vorteile von Batteriespeichersystemen
Autor: Tóth Tamás · 5 Min. Lesezeit
Was ein Heimspeicher der Solaranlage bringt: eigener Strom am Abend und bei bedecktem Himmel, weniger Strombezug, Notstromversorgung – und warum er bei Bruttoabrechnung die Stromkosten der Winterheizung nicht beseitigt.
Der Heimspeicher hilft bei der größten Einschränkung der Solaranlage: Sie erzeugt tagsüber, der Haushalt verbraucht jedoch typischerweise morgens und abends am meisten. Der Speicher nimmt den Überschuss vom Tag auf und gibt ihn dann ab, wenn die Module nicht mehr erzeugen – so steigt der Anteil des selbst genutzten Stroms, der Bezug aus dem Netz sinkt, und mit einem geeigneten Wechselrichter können bei einem Stromausfall auch wichtige Geräte weiterlaufen.
Solaranlagen sind in den letzten Jahren sehr beliebt geworden, machen den Haushalt für sich allein aber nicht vom Netz unabhängig. Wann und wie viel sich die Energiespeicherung zu Hause lohnt, hängt von den Verbrauchsgewohnheiten, der Abrechnungsart und der Heizungsart ab.
Die Schwachstelle der Solaranlage: der zeitliche Versatz
Die größte Herausforderung von Solaranlagen ist, dass Erzeugung und Verbrauch nicht zusammenfallen. Tagsüber, wenn die Module am meisten erzeugen, ist der Strombedarf in vielen Haushalten gering; morgens und abends dagegen – wenn Heizung, Kochen, Beleuchtung und Unterhaltungselektronik laufen – ist die Erzeugung klein oder null.
Diesen Versatz glich früher die Saldoabrechnung aus: Das Netz funktionierte als eine Art virtueller Akku, der Sommerüberschuss wurde auf den Winterbezug angerechnet. Das gilt heute nur noch für ältere Anlagen. Für neue Haushalts-Solaranlagen gilt seit dem 1. Januar 2024 die Bruttoabrechnung, bei der der ins Netz eingespeiste und der aus dem Netz bezogene Strom getrennt abgerechnet werden. In der Saldoabrechnung konnte nur bleiben, wer seinen Errichtungsantrag bis zum 13. September 2023 eingereicht und die Anlage bis zum 1. Januar 2026 in Betrieb genommen hat – und auch diese höchstens für 10 Jahre. Wegen der Bruttoabrechnung hat jede Lösung an Wert gewonnen, die den erzeugten Strom vor Ort hält; ein Mittel dafür ist der Akku.
Was bringt die Energiespeicherung zu Hause?
- Mehr Autarkie: Ein Teil des erzeugten Stroms wird nicht im Moment der Erzeugung, sondern dann genutzt, wenn er gebraucht wird, sodass weniger Strom aus dem Netz gekauft werden muss.
- Kostensenkung: Die eigene, gespeicherte Solarenergie ersetzt am Abend oder bei bedecktem Himmel einen Teil des zugekauften Stroms. Wenn der Strompreis zeitabhängig variiert, kann die gespeicherte Energie auch für die teureren Zeiten aufgehoben werden.
- Entlastung des Netzes: Wenn Haushalte mehr Strom vor Ort verbrauchen, sinken die ins Netz eingespeiste Mittagsspitze und der Bezug zu Spitzenzeiten.
- Versorgung von Heizsystemen: Die elektrische Heizung – Infrarotheizung, Fußbodenheizung, Wärmepumpe oder Klimaanlage im Heizbetrieb – hat einen erheblichen Verbrauch. Läuft ein Teil davon mit selbst erzeugtem, gespeichertem Strom, sinkt der für die Heizung zugekaufte Strom.
- Notstromversorgung: Sind Wechselrichter und System inselbetriebsfähig (notstromfähig), können bei einem Stromausfall ausgewählte, wichtige Geräte weiterbetrieben werden. Das sollte man beim Kauf gesondert klären, denn nicht jedes System mit Speicher kann das.
- Umweltschutz: Durch bessere Nutzung der erneuerbaren Erzeugung wird weniger Netzstrom benötigt, der teilweise aus fossilen Quellen stammt.
Wie funktioniert die Batteriespeicherung?
- Erzeugung: Tagsüber erzeugen die Solarmodule aus Sonnenlicht elektrischen Strom.
- Direktverbrauch: Der Strom deckt zunächst den momentanen Bedarf des Hauses (Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Kühlung, Heizung).
- Laden: Der Überschuss über den momentanen Verbrauch hinaus gelangt in den Akku.
- Entladen: Wenn die Module nicht genug erzeugen – abends, nachts, bei bedecktem Himmel – oder bei Stromausfall (mit Notstromfunktion), bezieht das Haus Strom aus dem Akku.
- Einspeisung: Ist der Akku voll und es gibt noch Überschuss, kann der Rest nach den geltenden Vorschriften ins Netz gelangen.
Energiespeicherung und elektrische Heizung
Der Speicher will zusammen mit der elektrischen Heizung besonders gut durchdacht sein, weil sich Heizbedarf und Solarerzeugung gegenläufig entwickeln:
- Tagesüberbrückung: An Wintertagen kann, was von der Erzeugung der kurzen sonnigen Phase tagsüber übrig bleibt, abends oder nachts aus dem Akku auch zum Heizen verwendet werden.
- Die Grenze des Winters: Der Heimspeicher ist ein Tagesspeicher; den Sommerüberschuss kann man damit nicht für den Winter aufheben. In den kältesten Monaten ist die Erzeugung der Solaranlage gering, sodass der größere Teil des Heizstroms auch dann aus dem Netz zugekauft werden muss. Eine Heizung in Kombination mit Akku kann daher die Kosten senken, aber nicht beseitigen. Zur Winterproduktion gibt unser Beitrag über die Heizung mit Solarstrom Details.
- Mit welcher Heizung? Die gespeicherte Energie kann jede elektrische Heizung nutzen: die Wärmepumpe, die Infrarotheizung (Infrarotpaneel, Heizfolie, Heizfilm), die Fußbodenheizung mit Heizmatte oder Heizkabel, die Deckenheizung, die Wandheizung und die Heizpaneele. Wie sich Strombedarf und Kosten von Wärmepumpe und Infrarotheizung zueinander verhalten, zeigt unser Kostenvergleich.
- Intelligente Steuerung: Mit programmierbaren Thermostaten und einem Energiemanagementsystem lassen sich Laden, Entladen und Heizen aufeinander abstimmen: Das System kann zum Beispiel dann heizen, wenn die Solaranlage erzeugt, oder dann laden, wenn der Strom günstiger ist. Ebenso kann es kleinere, zeitweilige Bedarfe bedienen, etwa eine Heizung für Setzlinge.
- Dauerbetrieb: Bei einem System mit Notstromfunktion kann die Heizungssteuerung (Infrarotheizung, Fußbodenheizung usw.) auch bei einem kurzen Stromausfall weiterlaufen – bis zur Grenze der Speicherkapazität.
- Elektromagnetisches Feld: Wechselrichter und Akku sind ebenfalls elektrische Geräte; ihren Aufstellort wählt man nach den Installationsvorschriften des Herstellers. Über Elektrosmog und unsere Messwerte bei der Heizfolie schreiben wir auf einer eigenen Seite.
Technologie und Kosten
Die derzeit verbreitetste Technologie der Heimspeicherung ist der Lithium-Ionen-Akku, der eine hohe Energiedichte und einen guten Wirkungsgrad hat und viele Ladezyklen verkraftet. Die Investition ist höher als bei einer reinen Solaranlage, daher sollte man die Amortisation vorab durchdenken: Akkupreis, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis des Haushalts und Abrechnungsart bestimmen sie gemeinsam. Eine gerade verfügbare Förderung für Privathaushalte kann die Amortisation verkürzen – zum Stand des Programms für Energiespeicher informiert unser Beitrag zur Förderung von Solaranlagen mit Akku.
Bei der Planung des Systems sollten Sie den Energiebedarf des Gebäudes und das Erzeugungspotenzial der Solaranlage von einer Fachperson ermitteln lassen und danach die Größe des Speichers und den Wechselrichter wählen, der den Fluss zwischen Solaranlage, Akku und Netz steuert. Über die gemeinsame Planung von Solaranlage und elektrischer Heizung lesen Sie mehr auf unserer Solarseite.
Fazit
Die Energiespeicherung zu Hause ist in Zeiten der Bruttoabrechnung zu einem wichtigen Instrument in Solarhaushalten geworden: Sie erhöht die Nutzung des selbst erzeugten Stroms, senkt den zugekauften Strom und versorgt bei geeigneter Auslegung bei Stromausfall wichtige Geräte. In Kombination mit elektrischer Heizung – Infrarotheizung, Fußbodenheizung oder auch Terrassenheizung – lässt sich die Tageserzeugung besser nutzen, den Heizstrom der Wintermonate kann man aber auch mit Akku nicht vollständig aus Eigenerzeugung decken. Mit einem wohlüberlegten, am tatsächlichen Verbrauch des Hauses ausgerichteten System können Sie die Energiekosten langfristig besser kalkulierbar machen.
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