Infrarotheizung: Erfahrung des Inhabers von Mavit Building
Autor: Tóth Tamás · 4 Min. Lesezeit
Zsolt Mánya, Leiter des Bauunternehmens Mavit Building, berichtete 2020 von seinen Erfahrungen: warum sie Heizfolie einbauen, was Kunden zu Strahlung und Elektrosmog fragen und wie er die Heizfolie gegenüber der Wärmepumpe abwägt.
Aus Sicht eines Bauunternehmers sind die wichtigsten Tugenden der Infrarotheizung die einfache und schnelle Ausführung, die Wartungsfreiheit, das schnelle Aufheizen und die raumweise Regelung. Zur Wärmepumpe sagt er: Sie verbraucht weniger, hat aber deutlich höhere Investitionskosten – bei einem gut gedämmten Neubau lohnt es sich deshalb zu rechnen. Mit Zsolt Mánya, dem Leiter von Mavit Building, haben wir uns 2020 in unserem Büro unterhalten.
Zsolt Mánya ist Geschäftsführer von Mavit Building. Seine Firma ist seit 23 Jahren im Bauwesen tätig und baute zum Zeitpunkt des Interviews schon seit mehr als 4 Jahren Infrarotheizung als Heizsystem ein.
Was suchen die Kunden in einem Heizsystem?
Nach der Erfahrung des Bauunternehmers wünschen sich die Auftraggeber in der Regel eine Heizung, die sich verhältnismäßig leicht ausführen lässt, keine Wartungskosten hat und wirtschaftlich zu betreiben ist. Der Stromverbrauch kostet natürlich Geld, doch die meisten erwarten, dass es nicht viel teurer wird als die Gasheizung. Nach Zsolts Erfahrung von 2020 lagen bei einem Einfamilienhaus die Betriebskosten der Infrarotheizung etwa auf dem Niveau der Gasheizung, die Ausführung war dafür viel einfacher und schneller. Die Energiepreise haben sich seither verändert, deshalb muss dieser Vergleich heute mit den Daten des eigenen Hauses neu berechnet werden.
Einbaumöglichkeiten
Die Heizfolie lässt sich als Fußbodenheizung und als Deckenheizung verwenden, sowohl unter kalten als auch unter warmen Belägen.
Staub, Aufheizen, Steuerung
Viele Familien möchten keinen aufgewirbelten Staub in der Wohnung, besonders wenn ein Familienmitglied empfindliche Atemwege hat. Die Strahlungsheizung erwärmt nicht durch Luftumwälzung und wirbelt daher weniger Staub auf. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist auch die Trägheit des Systems: Niemand möchte, dass das Aufheizen nach der Heimkehr lange dauert. Die Infrarot-Heizfolie spendet schnell spürbare Wärme, weil sie in erster Linie die Oberflächen und den Körper erwärmt. Die Räume lassen sich mit je eigenem Thermostat steuern, auch aus der Ferne, und das System lässt sich an ein Smart Home anbinden. Zsolts Tipp: Im Bad ist ein elektrischer Handtuchtrockner eine praktische Ergänzung.
Strahlung und Elektrosmog – was antwortet der Bauunternehmer?
Kunden fragen oft, ob die „Strahlung“ nicht schädlich sei und ob Elektrosmog entstehe. Die Antwort des Bauunternehmers: Infrarote Wärmestrahlung ist nichts Unbekanntes – dieselbe Wärme spüren wir in der Sonne, und auch im Gesundheitswesen wird infrarote Wärme genutzt, zum Beispiel beim Wärmen von Neugeborenen. Über die Infrarotheizung lesen Sie Näheres auf unserer Seite zur Infrarotheizung.
Elektrosmog ist eine andere Frage: Das ist das von elektrischem Strom erzeugte elektromagnetische Feld, das sich mit einem Messgerät messen lässt – nach dem Einbau auch vor Ort. Solche Felder erzeugen viele Haushaltsgeräte, zum Beispiel die Mikrowelle oder der WLAN-Router. Nach Zsolts Erfahrung verursacht die Heizfolie bei geeignetem Schichtaufbau nur geringen Elektrosmog. Die konkreten Messwerte sehen Sie sich besser nicht aus dem Interview an, sondern aus unserer eigenen Messung: Wir veröffentlichen sie auf unserer Seite zum Elektrosmog und in unserem Beitrag zur Elektrosmog-Messung.
Zsolt baut Infrarot-Heizfolie auch bei eigenen Renovierungen und Bauvorhaben ein und empfiehlt sie auch seinen Kunden, die eine angenehme Heizung suchen, weil er sie für eine moderne und wirtschaftliche Lösung hält.
Heizfolie oder Wärmepumpe?
Die Frage taucht oft auf. Nach Ansicht des Bauunternehmers muss man dann abwägen, wie hoch die Investitionskosten der beiden Systeme sind und ob sich die teurere Investition über die langfristig gezahlten Energiekosten in verhältnismäßig kurzer Zeit amortisiert. Er formuliert eindeutig: Das Wärmepumpen-System verbraucht weniger Strom als das Heizfoliensystem, die Investitionskosten sind aber deutlich höher.
Heutige Neubauten sind gut gedämmt – Wände, Fenster und Dach –, deshalb verbrauchen sie wenig Energie. Nach Zsolt sollte man deshalb überlegen, ob es eine Heizung mit sehr hohen Anschaffungskosten sein muss oder ob ein System mit geringerer Investition genügt. Auf dem Preisniveau von 2020 rechnete er, dass die Heizfolie auch mit Photovoltaik ergänzt etwa die Hälfte der Wärmepumpen-Investition kostete. Einen Vergleich mit heutigen Preisen und festgelegten Annahmen finden Sie in unserem Kostenvergleich von Wärmepumpe und Infrarotheizung.
Erneuerbare Energie und Photovoltaik
Im Interview verwies der Bauunternehmer auch darauf, dass bei Neubauten in Ungarn seit dem 31. Dezember 2020 ein Teil des Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie gedeckt werden muss und dass sich das mit Photovoltaik – sowohl neben einer Wärmepumpe als auch neben einer elektrischen Heizung – erfüllen lässt. Die energetischen Anforderungen an Neubauten legt heute die Verordnung 9/2023 (V. 25.) ÉKM fest, die am 1. November 2023 in Kraft trat; die konkrete Anforderung für das Haus berechnet der Planer.
Die Photovoltaik kann den eingekauften Strom für die Heizung senken, macht ihn aber nicht kostenlos: In Ungarn gilt seit dem 1. Januar 2024 für neue Haushaltsanlagen die Bruttoabrechnung, eingespeister und bezogener Strom werden getrennt abgerechnet. Die Entscheidung hängt so von der gemeinsamen Berechnung aus Investition, erwartetem Verbrauch und Eigenerzeugung ab – bei Wärmepumpe und Heizfolie gleichermaßen.
MAVIT Building – Bauausführung, Százhalombatta
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