Elektrosmog bei der Heizfolie? Messung zeigt: kaum messbar
Autor: Tóth Tamás · 4 Min. Lesezeit
Welches elektrische Feld haben wir an der Heizfolie ohne Belag, unter einer Rigidur-Platte und in 20 cm Höhe gemessen, und wie verhält es sich zu Haushaltsgeräten und zum ungarischen Grenzwert? Eigene Messung mit Videos.
Nein: Nach unserer eigenen Messung beträgt das elektrische Feld einer für die elektrische Fußbodenheizung verwendeten Heizfolie nur einen Bruchteil des gesundheitlichen Grenzwerts für die Bevölkerung, und Belag, Abstand beziehungsweise EMF-Folie senken es weiter. Im Folgenden zeigen wir, was und wie wir gemessen haben, womit wir verglichen haben und wo die Grenzen einer solchen Messung liegen.
Im Internet kursieren mehrere, einander widersprechende Messergebnisse zu Heizfilmen und Heizfolien. Deshalb haben auch wir gemessen – mit demselben Gerät an der Folie und an den gewohnten Elektrogeräten der Wohnung, damit sich die Werte vergleichen lassen.
Was ist Elektrosmog?
Elektrosmog ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die elektrischen und magnetischen Felder beziehungsweise die elektromagnetische Strahlung, die um elektrische Geräte entstehen. Den Begriff verwenden vor allem Menschen, die gesundheitsschädliche Wirkungen befürchten und ihn wie Luftverschmutzung als abzuwehrende Belastung betrachten. Die gesundheitsschädliche Wirkung schwacher Felder ist in den meisten Fällen umstritten beziehungsweise nicht nachgewiesen (mehr zum Begriff: Wikipedia).
Auch natürliche Felder umgeben uns: das Magnetfeld der Erde, die Strahlung aus dem Weltraum, Blitze. Künstliche Quellen sind Fernseher, Radio, Mobiltelefon, Mikrowellenherd und WLAN-Router – im alltäglichen Sinn nennt man diese Elektrosmog.
Gesundheitliche Grenzwerte für Elektrosmog
In Ungarn legt die Verordnung 63/2004 (VII. 26.) ESzCsM die gesundheitlichen Grenzwerte für die Bevölkerung fest. Bei der Netzfrequenz von 50 Hz gilt:
- elektrische Feldstärke: 5.000 V/m,
- magnetische Flussdichte: 100 Mikrotesla.
Die nachstehenden Messungen beziehen sich alle auf die elektrische Feldstärke (V/m).
Wie haben wir die Heizfolie gemessen?
Bei einem Heizsystem sollte man nicht einzelne Elemente getrennt betrachten, sondern die fertig eingebaute elektrische Fußbodenheizung, denn mit dieser lebt die Familie nach dem Einzug. Dennoch haben wir mit der blanken Folie begonnen, weil sich die meisten Bedenken darauf beziehen.
Schritt 1: Heizfolie ohne Belag
Wir haben eine Heizfolie mit 220 W/m² unter Spannung gesetzt und das Messgerät direkt auf ihre Oberfläche gelegt. Der gemessene Wert betrug 345 V/m – weniger als ein Zehntel des Grenzwerts von 5.000 V/m.

Schritt 2: 2 cm Rigidur-Platte auf der Folie
Anschließend haben wir den Aufbau nach dem Einbau nachgestellt: Auf die Folie legten wir eine 2 cm dicke Rigidur-Gipsfaserplatte, die im Trockenbau anstelle von Beton verwendet wird. Schon diese eine Schicht senkte den Wert: Wir maßen 273 V/m, obwohl nur ein Teil des gesamten Schichtaufbaus vorhanden war.

Schritt 3: Abstand zum Boden
Die obigen Werte haben wir unmittelbar in der Bodenebene gemessen. Als wir das Gerät entfernten, nahm die Feldstärke rasch ab: In 20 cm Höhe über dem Boden zeigte das Gerät bereits null an.
Wie lässt sich der Wert schon beim Einbau weiter senken?
Am wichtigsten sind der richtige Schichtaufbau und die fachgerechte Ausführung. Wer selbst kleine Werte scheut, dem empfehlen wir eine EMF-Folie gegen Elektrosmog: Sie wird vollflächig über der Heizfolie eingebaut, beim Einbau als oberste Schicht, und lässt sich schnell und einfach verlegen. Bei der Messung im folgenden Video zeigte das Gerät über der EMF-Folie praktisch kein elektrisches Feld an.
Wie viel Elektrosmog geben Haushaltsgeräte ab?
Mit demselben Elektrosmog-Messgerät KMOON GM3120 haben wir bei direktem Kontakt in der Wohnung folgende Werte gemessen:
- Steckdosenleiste: 157 V/m
- Lichtschalter: 214 V/m
- Mikrowellenherd: 333 V/m
- Wasserkocher: 340 V/m
- Mobiltelefon beim Laden: 190 V/m
- doppelte Steckdosenleiste: 342 V/m
- Hi-Fi-Anlage: 168 V/m
- Kabel der Stehlampe: 101 V/m
- Gehäuse der Stehlampe: 430 V/m
- Laptop-Netzteil: 525 V/m
- Laptop-Netzteil in doppelter Steckdosenleiste: 949 V/m
Der an der abgedeckten Heizfolie gemessene Wert liegt also in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Alltagsgeräten und bei allen unter dem ungarischen Grenzwert. Die Werte haben wir zusammen mit der Messung des Magnetfelds auch tabellarisch auf unserer Seite zum Elektrosmog zusammengefasst.
Messvideos zu Haushaltsgeräten
Elektrischer Wasserkocher:
Laptop-Netzteil:
Lichtschalter:
Mikrowellenherd:
Mobiltelefon beim Laden:
Was zeigt diese Messung und was nicht?
Die obigen Zahlen sind die Ergebnisse unserer eigenen Messung von 2020 mit einem handelsüblichen Handmessgerät, keine akkreditierte Laboruntersuchung. Sie eignen sich, um das elektrische Feld der Heizfolie mit demselben Gerät mit Haushaltsgeräten und dem gesetzlichen Grenzwert zu vergleichen. Der genaue Wert hängt von Messpunkt, Abstand und Schichtaufbau ab.
Zusammenfassung
Um jedes elektrische Gerät bildet sich ein elektrisches und magnetisches Feld, und diese bleiben bei Alltagsgeräten in den meisten Fällen unter dem ungarischen gesundheitlichen Grenzwert. Die Infrarotheizung, die elektrische Fußbodenheizung mit Heizfolie, liegt nach unserer Messung bei passendem Schichtaufbau und fachgerechtem Einbau ebenfalls deutlich unter dem Grenzwert und lässt sich mit EMF-Folie weiter senken.
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