Was ist die Wahrheit über die Elektroheizung?
Autor: Tóth Tamás · 5 Min. Lesezeit
Wann ist die Elektroheizung eine gute Entscheidung, wann nicht? Nach einem Radiobeitrag von 2019: Dämmung, Wohnungsgröße, Investition und Betrieb, Strompreisrisiko, Photovoltaik und Fernwärme – ergänzt um die heutigen Abrechnungsregeln.
Die Elektroheizung ist dort eine gute Entscheidung, wo das Gebäude gut gedämmt ist, die zu beheizende Fläche kleiner ist und sich die Investitionsersparnis auch mit den zu erwartenden Betriebskosten lohnt. Bei einem ungedämmten, alten Haus kann sie dagegen ausgesprochen unwirtschaftlich sein. So sahen es auch die Fachleute und Nutzer, die 2019 in einem Beitrag von Kossuth Rádió (ungarischer Rundfunk) zu Wort kamen; wir fassen ihre Erfahrungen zusammen, ergänzt um die heutigen Regeln.
In den letzten Jahren stößt elektrische Heizung auf immer größeres Interesse. Wer vor der Entscheidung steht, wählt für Jahrzehnte, und alte Gewohnheiten oder auf Erfahrungen von vor Jahren beruhende Meinungen helfen nicht immer. Ein gutes Beispiel dafür ist die Infrarotheizung, über die viele widersprüchliche Behauptungen kursieren.
Warum wählen viele die Elektroheizung statt Gas?
Die im Beitrag zu Wort Gekommenen nannten mehrere Gründe. Bei manchen entschieden die Umstände. In der Wohnung eines Maschinenbauingenieurs lief eine Gasheizung, bis die Behörde den Schornstein für weiteres Heizen für ungeeignet erklärte. Die Modernisierung des Schornsteins hätte damals nahezu 1 Million Forint gekostet, daher suchte er nach anderen Lösungen und entschied sich schließlich für Elektroheizung.
Geringere Aufbaukosten
Ein anderer Gesprächspartner wählte für sein neues Zuhause die Heizung bewusst nach durchgerechneten Kosten. In seinem Fall hätte die Gasheizung 2019 etwa 1,5 Millionen Forint gekostet, die Gesamtkosten der Elektroheizung betrugen 300 Tausend Forint. Nach seinen Worten zahlt er statt Gas- und Stromrechnung nur eine Rechnung, seine Nebenkosten sind entgegen den Vorurteilen nicht gestiegen, und das System schätzt er wegen des leisen Betriebs und des geringeren Wartungsbedarfs. Das sind die damaligen Zahlen einer konkreten Wohnung – zu heutigen Preisen muss man stets neu rechnen.
Was bestimmt die Heizung der Zukunft?
Laut dem Beitrag ist der Klimawandel ein unumgängliches Thema. EU-Vorschriften regeln die energetischen Eigenschaften von Heiz- und Kühlsystemen immer strenger, sodass auf lange Sicht die Regulierung grundlegend beeinflusst, welche Systeme eingebaut werden. Dies relativieren individuelle Bedürfnisse sowie die Gegebenheiten von Immobilie und Grundstück.
Nach welchen Kriterien sollte man wählen?
Dämmung
Das ist vielleicht das Wichtigste. Wo es keine oder nur schwache Wärmedämmung gibt – zum Beispiel bei vielen alten Würfelhäusern –, kann die Elektroheizung unwirtschaftlich sein. An der Dämmung sollte man daher nicht sparen, und auch die Dimensionierung des Heizsystems sollte vom gedämmten Zustand ausgehen.
Komfortanspruch
Auf die Frage, welche Heizung die komfortabelste ist, gibt es keine für alle gültige Antwort. Für manche ist wichtig, die Heizung per Telefon zu steuern und bei der Heimkehr warm empfangen zu werden; für andere bedeutet die Wärme des Kachelofens Komfort. Jede Lösung hat ihre Vorteile und Grenzen.
Typ und Größe des Gebäudes
Es kommt darauf an, ob es sich um einen Neubau oder ein älteres Haus handelt und wie groß die zu beheizende Grundfläche ist. Laut dem Beitrag ist die Elektroheizung bei kleineren Wohnungen unter 40–50 m² eine ausgesprochen gute Lösung. Das bedeutet nicht, dass eine funktionierende Gasheizung sofort ersetzt werden muss: Es gibt Situationen und Gegebenheiten, in denen Gas geeigneter ist. In der Budapester Innenstadt darf man allerdings an mehreren Stellen wegen strengerer Regeln zur Abgasabführung kein herkömmliches Gasgerät mehr verwenden.
Was kostet es? Investition und Betrieb zusammen
Bei Sanierung und Bau muss man die Gesamtkosten betrachten: Investition und späteren Betrieb zusammen. Es kommt vor, dass ein System günstig aufzubauen, aber teurer zu unterhalten ist, während ein anderes im Aufbau teurer ist, dafür geringere Nebenkosten hat – so kann langfristig das Teurere das Günstigere sein und umgekehrt. Einen Vergleich von Wärmepumpe und Infrarotheizung zu heutigen Preisen finden Sie in unserem Kostenvergleich.
Vor einigen Jahren war noch die Ansicht verbreitet, Aufbau und Unterhalt der Elektroheizung seien teuer. Zur Zeit des Beitrags waren Photovoltaikanlagen erschwinglicher geworden, und die EU-Vorschriften beobachten auch die Effizienz elektrischer Anlagen immer strenger – deshalb lohnt es sich, alte Meinungen mit heutigen Zahlen zu überprüfen.
Was passiert, wenn der Strom teurer wird?
Den Strompreis kann niemand vorhersagen. Das Risiko lässt sich senken, wenn ein Teil des Heizstroms von einer eigenen Photovoltaikanlage erzeugt wird. Vom Netz sollte man sich auch dann nicht trennen: Im Winter, wenn weniger Sonne scheint, beziehen wir aus dem Netz.
Bei der zur Zeit des Beitrags verbreiteten Saldo-Abrechnung konnte die Überproduktion im Sommer den Winterbezug ausgleichen. Heute funktioniert das bei neuen Anlagen nicht mehr so: Seit dem 1. Januar 2024 gilt in Ungarn die Brutto-Abrechnung, der eingespeiste und der bezogene Strom werden monatlich getrennt abgelesen und abgerechnet. In der Saldo-Abrechnung konnte nur bleiben, wer bis zum 13. September 2023 den Errichtungsantrag eingereicht hat und die Anlage bis zum 1. Januar 2026 in Betrieb nimmt – und auch dann höchstens für 10 Jahre. Die Photovoltaik senkt so den zugekauften Strom; die Ersparnis ist mit den eigenen Verbrauchsgewohnheiten durchzurechnen.
In einer Wohnung mit Fernwärme
Auch in einer Wohnung mit Fernwärme lassen sich die Ausgaben senken, wofür man allerdings rechnen muss. Elektroheizung lässt sich auch als Ergänzung aufbauen, und man kann prüfen, in welchem Zeitraum die Elektroheizung allein genügt und wann auch die Fernwärme in Anspruch genommen werden muss.
Strom wird immer wichtiger
Der Vormarsch der elektrischen Energie ist ein weltweiter Trend: Der wachsende Energiebedarf lässt sich immer schwerer aus fossilen Quellen decken, Strom dagegen lässt sich auch erneuerbar erzeugen. Auch in Ungarn wird in immer mehr Immobilien Elektroheizung genutzt – Infrarot-Fußbodenheizung, Infrarot-Deckenheizung, Infrarot-Heizpaneel, Heizpaneel, Heizmatte, elektrischer Handtuchtrockner oder Heizfilm. Holen Sie sich, bevor Sie loslegen, fachliche Hilfe, damit Sie wirklich das zum Gebäude passende System wählen; ein Angebot können Sie auf unserer Seite zur Angebotsanfrage anfordern (Ausführung in Ungarn).
Der Beitrag entstand nach einem Radiobeitrag von Kossuth Rádió aus dem Jahr 2019 über die Elektroheizung.
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