Warum halte ich die Wärmepumpe für Betrug? Ein Mythos wird widerlegt
Autor: Tóth Tamás · 6 Min. Lesezeit
Ist die Wärmepumpe Betrug? Nein – aber nach unserer Rechnung von Anfang 2024 erforderte bei einem neuen 100-m²-A+-Haus die Infrarotheizung mit Solaranlage eine deutlich geringere Investition. Annahmen, Monatsaufteilung und die seither geänderte Abrechnung.
Nein, die Wärmepumpe ist kein Betrug: Sie ist eine effiziente Technologie, die dieselbe Wärme mit weniger Strom erzeugt. Die zugespitzte Frage im Titel antwortet eigentlich auf einen Mythos – nämlich dass es in einem gut gedämmten Neubau auf jeden Fall teuer sei, direkt mit Strom zu heizen. Anfang 2024 haben wir für ein 100-m²-A+-Haus berechnet, was die Infrarotheizung mit Solaranlage im Vergleich zur Wärmepumpe kostet; diese Rechnung stellen wir samt ihren Annahmen vor.
Die Infrarotheizung wird oft den Wärmepumpensystemen gegenübergestellt. Hausbesitzer wägen bei der Wahl die Anfangsinvestition, die Betriebseffizienz, Nachhaltigkeit und Komfort ab. Lange war die allgemeine Meinung, mit Strom zu heizen sei teuer und die Wärmepumpe die beste Entscheidung. Bei einem Neubau mit niedrigem Wärmebedarf lohnt es sich jedoch, auch die Zahlen anzusehen. Einen Vergleich zu heutigen Preisen und mit anderen Annahmen finden Sie in unserem Kostenvergleich Wärmepumpe – Infrarotheizung.
Die Ausgangsdaten der Rechnung von Anfang 2024
Das Beispiel ist eine damals im Bau befindliche A+-Immobilie mit 100 m² Grundfläche. Die Preise zeigen unsere Schätzung vom Februar 2024; einen aktuellen Preis nennen wir im Angebot.
Investitionskosten
- Infrarotheizung: Die komplette Ausführung für 100 m² kostete etwa 1,6–1,8 Mio. HUF.
- Wärmepumpe: Nach unserer Schätzung von Anfang 2024 konnten es bis zu 8–10 Mio. HUF sein. Hinzu kommt der Platzbedarf der Haustechnik: Wenn das Gerät 2 m² Nutzfläche belegt, bedeutet das bei Baukosten von 1 Mio. HUF/m² weitere 2 Mio. HUF an Wert.
Betrieb und Wartung
- Die Infrarotheizung erwärmt durch Strahlung gezielt einzelne Bereiche des Wohnraums, sodass weniger Energie unnötig verbraucht wird. Der zu erwartende jährliche Heizenergiebedarf des Beispielhauses beträgt etwa 2 600 kWh.
- Die Wärmepumpe ist energieeffizient: Ihr Verbrauch kann bis zu 1/4 dessen der Infrarotheizung betragen. In der Rechnung haben wir jedoch auch mit jährlicher Wartung und Pflichtservice gerechnet, deren Kosten Anfang 2024 bis zu 100 000 HUF betragen konnten.
Mit diesen Annahmen lagen die jährlichen Unterhaltskosten beider Systeme nahe beieinander. Die Wärmepumpe ist ein komplexes haustechnisches System, bei dem man im Lauf der Lebensdauer auch mit Reparaturen und Teiletausch rechnen muss, während die Heizfolie keine beweglichen Teile enthält.
Bei den Investitionskosten gab es in der Rechnung einen fast 4-fachen Unterschied. In welcher Zeit der Unterschied von einigen Zehntausend Forint jährlich bei den Betriebskosten das wieder hereinholt, hängt von den jeweiligen Investitions- und Energiepreisen ab, deshalb sollte die Amortisation bei jedem Haus mit den eigenen Daten neu berechnet werden.
Was ist die Infrarotheizung, und warum kommt daneben die Solaranlage ins Spiel?
Die Infrarotheizung erwärmt den Raum mit Infrarotstrahlung. Heizfolien-Systeme sind einfach zu installieren, platzsparend, und weil sie nicht durch Luftzirkulation heizen, wirbeln sie weniger Staub auf. Sie lassen sich in Boden, Decke und Wand einbauen, und raumweise sind Boden- und Lufttemperatur getrennt steuerbar.
Die Solaranlage erzeugt Strom direkt aus der Sonne und senkt so die Abhängigkeit vom Netz und die Energiekosten. Die Installation eines Systems mit 10 kWp Leistung kostete Anfang 2024 etwa 3,5 Mio. HUF, und es kann einen erheblichen Teil des vom Haushalt verbrauchten Stroms erzeugen. Die Kombination aus Infrarotheizung und Solaranlage ist daher für jene interessant, die die Betriebskosten und den ökologischen Fußabdruck des Zuhauses zugleich senken möchten.
Die Rechnung Schritt für Schritt
Verteilung des Heizbedarfs auf die Monate
Den jährlichen Heizbedarf von 2 600 kWh haben wir mit angenommenen Monatsgewichten auf die Heizsaison verteilt. Die Gewichte sind hypothetisch: Sie schätzen die relative Kälte der einzelnen Monate.
| Monat | Gewicht | Heizbedarf |
|---|---|---|
| Oktober | 10% | 260 kWh |
| November | 20% | 520 kWh |
| Dezember | 30% | 780 kWh |
| Januar | 20% | 520 kWh |
| Februar | 15% | 390 kWh |
| März | 5% | 130 kWh |
Der tatsächliche Verbrauch hängt auch vom Standort, der Dämmqualität, der Effizienz des Heizsystems und den Nutzungsgewohnheiten ab.
Die Erzeugung der Solaranlage
Zur Schätzung der Erzeugung haben wir mit den folgenden durchschnittlichen monatlichen Sonnenstunden gerechnet. Das sind Annahmen der Rechnung, keine offizielle Messreihe.
| Monat | Sonnenstunden (Annahme) |
|---|---|
| Januar | 58 |
| Februar | 72 |
| März | 122 |
| April | 174 |
| Mai | 220 |
| Juni | 248 |
| Juli | 254 |
| August | 232 |
| September | 182 |
| Oktober | 126 |
| November | 72 |
| Dezember | 48 |
Für die vollständige Deckung des kältesten Monats wäre eine Anlage nötig, die deutlich größer als 10 kWp ist, in den meisten Monaten aber unnötigen Überschuss erzeugen würde. Dimensioniert auf den jährlichen Energiebedarf der Heizung erwies sich die 10-kWp-Anlage als beste Wahl: In den kältesten Monaten muss Strom zugekauft werden, und der Sommerüberschuss gleicht den Winterzukauf finanziell aus.
Die Jahresbilanz zu Preisen vom Februar 2024
Die Rechnung wurde mit den im Februar 2024 geltenden Preisen erstellt: Den von der Solaranlage erzeugten Überschussstrom nahm der Versorger damals für 5 HUF ab, der aus dem Netz bezogene Strom kostete 37 HUF. Mit diesen Einheitspreisen monatlich abgerechnet, ergab sich von Oktober bis Februar ein zu zahlender Betrag, von März bis September ein Ertrag, und am Jahresende blieben 5 800 HUF zu zahlen.
Die Abrechnungsregeln ändern sich seither weiter, daher lässt sich das Ergebnis der Rechnung heute nicht unverändert übernehmen. Bei neuen Haushalts-Solaranlagen gilt seit dem 1. Januar 2024 die Bruttoabrechnung: Der monatlich bezogene und der eingespeiste Strom werden getrennt abgelesen und abgerechnet. Die Saldoabrechnung blieb nur dem erhalten, der den Errichtungsantrag bis September 2023 eingereicht hat und die Anlage bis zum 1. Januar 2026 in Betrieb nimmt, mit der 10-Jahres-Grenze. Sowohl Abnahme- als auch Bezugspreis können sich ändern, deshalb sollte man die eigene Rechnung mit den aktuellen Vertragspreisen wiederholen.
Fazit
In der Rechnung vom Februar 2024 lag die Investition für Infrarotheizung und 10-kWp-Solaranlage zusammen (1,7 Mio. + 3,5 Mio. HUF) bei 5,2 Mio. HUF, fast der Hälfte des damals für die Wärmepumpe geschätzten Betrags. Die jährlichen Heiz- und Wartungskosten der Infrarotheizung betrugen mit diesen Annahmen 5 800 HUF, gegenüber den bei der Wärmepumpe geschätzten rund 100 000 HUF. Die Sommerkühlung muss neben der Infrarotheizung gesondert gelöst werden, da sie zum Kühlen nicht geeignet ist; deren Kosten enthält die Rechnung nicht. Bei der Wärmepumpe sollten Sie fragen, ob der gewählte Typ auch zum Kühlen geeignet ist.
Die Rechnung wurde für ein einziges Beispielhaus, zu Preisen und mit Annahmen von Anfang 2024 erstellt und ist kein allgemeingültiges Urteil: Bei einem anderen Haus, mit anderen Preisen, kann auch die Wärmepumpe eine gute Wahl sein. Für einen Vergleich bezogen auf Ihr eigenes Haus holen Sie für beide Systeme ein Angebot ein, ausgehend vom gleichen Wärmebedarf. Die allgemeinen Gesichtspunkte der elektrischen Heizarten fasst unsere Seite zur elektrischen Heizung zusammen.
Weitere Gesichtspunkte zur Infrarotheizung
- Strahlungswärme: Die Strahlung erwärmt die Flächen und Menschen, nicht die Luft, und die Heizung beruht nicht auf Luftumwälzung.
- Schnelles Aufheizen: Bei der Infrarotheizung braucht es keine lange Aufwärmzeit, anders als bei einigen anderen Heizsystemen.
- Einfache Installation: Die Heizfolie lässt sich in neue und bestehende Gebäude einbauen, auch in nur 1 Tag, mit geringem Eingriff in Konstruktion und Einrichtung.
- Zonenregelung: Die Temperatur der Räume lässt sich unabhängig voneinander einstellen, sodass das System nur dort und dann verbraucht, wo und wann es nötig ist.
- Langlebigkeit: Die Heizfolie hat keine beweglichen Teile. Auf die Heizfolie der 4. Generation geben wir 15,5 Jahre Garantie, wenn wir die Ausführung übernehmen.
- Verdeckter Einbau: Die Heizelemente liegen unter dem Boden, in der Wand oder in der Decke und stören das Erscheinungsbild von Wohnung oder Büro nicht.
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