Elektrische Heizung im Vergleich: 7 Gründe, warum sie sich gegenüber der Gasheizung lohnt
Autor: Tóth Tamás · 6 Min. Lesezeit
Gaskessel, Wärmepumpe, Klimaanlage, Elektro-Heizkörper und Heizfolie im Vergleich nach Kriterien: Art der Investition, Wartung, Regelbarkeit, Platzbedarf, Installation, Betriebskosten und Umweltwirkung – mit Tabelle und Auswahlhilfe.
Bei der Wahl eines Heizsystems entscheidet nicht eine einzelne Zahl. Gaskessel, Wärmepumpe, Klimaanlage, Elektro-Heizkörper oder Heizpaneel und Heizfolie unterscheiden sich auch in der Art der Investition, im Wartungsaufwand, in der Regelbarkeit, im Platzbedarf und in der Installationsweise. Unser Vergleich zeigt kriterienweise, wo die elektrische Heizung stark und wo sie schwächer ist, und ordnet auch unsere 2022 formulierten sieben Argumente in diesen Rahmen ein.
Die fünf Heizarten in Kürze
- Zentralheizung mit Gaskessel: Der Kessel erwärmt Wasser, das ein Rohrnetz zu den Heizkörpern oder zur wasserführenden Fußbodenheizung transportiert.
- Wärmepumpe: Sie hebt unter Einsatz von elektrischer Energie die Wärme der Umgebung – Luft, Erdreich oder Wasser – auf Heiztemperatur an; meist arbeitet sie mit wasserführenden Wärmeabgabesystemen.
- Klimaanlage: eine Luft-Luft-Wärmepumpe, deren Innengeräte die Raumluft im Winter erwärmen und im Sommer kühlen.
- Elektro-Heizkörper, Heizpaneel: ein Wand-, Decken- oder Standgerät, das Strom vor Ort in Wärme umwandelt; das Infrarot-Heizpaneel erwärmt hauptsächlich durch Strahlung.
- Heizfolie: eine großflächige elektrische Strahlungsheizung, die in die Konstruktion von Boden, Wand oder Decke eingebaut ist.
Vergleich nach Kriterien
Die Tabelle vergleicht den Charakter der Systeme, nicht konkrete Preise: Die Höhe der Investition hängt von Größe und Zustand des Hauses und von den gewählten Produkten ab.
| Heizart | Art der Investition | Wartung | Regelbarkeit | Platzbedarf | Installation |
|---|---|---|---|---|---|
| Gaskessel | Gasanschluss, Kessel, Abgasführung, Rohrnetz und Wärmeabgabe; bei einer bestehenden Anlage nur der Kesseltausch | regelmäßige Kesselwartung, Prüfung der Abgasführung | über einen zentralen Thermostat; raumweise nur mit Ventilen und Zonen | Kessel, Schornstein, Heizkörper an der Wand | Gasinstallateur, Planung; kann Tage bis Wochen dauern |
| Wärmepumpe | Außen- und Inneneinheit, wasserführende Wärmeabgabe, oft ein Speicher; in der Regel die größte Investition | regelmäßige Wartung, Außeneinheit und Filter sauber halten | gut, reagiert aber mit Fußbodenheizung langsam | Außeneinheit, Haustechnik innen, Wärmeabgabe | Heizungsbauer und Elektriker; der Standort der Außeneinheit ist auch wegen des Lärms zu planen |
| Klimaanlage | je Raum ein Innengerät, dazu das Außengerät; auch die Kühlung ist damit gelöst | regelmäßige Filterreinigung, gelegentliche Wartung | raumweise schnell, per Fernbedienung, oft per Smartphone | Innengerät an der Wand, Außengerät an der Fassade | zertifizierter Klimamonteur; die Wärme wird über Luftbewegung abgegeben |
| Elektro-Heizkörper, Heizpaneel | je Gerät; kein Kessel und kein Rohrnetz | benötigt keine regelmäßige Wartung | raumweise per Thermostat, viele Typen sind programmierbar | Paneel an Wand oder Decke, Heizkörper an Wand oder Boden | mobiles Modell in die Steckdose; bei fester Montage Elektriker |
| Heizfolie | zusammen mit den Belags- bzw. Montagearbeiten; am sinnvollsten bei Sanierung oder Neubau | keine Verbrennung, keine beweglichen Teile, keine regelmäßige Wartung | raumweise per Thermostat, zeitlich programmierbar | nicht sichtbar, braucht keinen Platz | passend zum Schichtaufbau geplant, mit fachgerechtem elektrischem Anschluss |
Die 7 Kriterien im Detail
Ursprünglich haben wir sieben Argumente für die elektrische Heizung im Vergleich zur Gasheizung gesammelt. Wenn wir Wärmepumpe und Klimaanlage einbeziehen, werden manche Argumente stärker, andere schwächer – so gehen wir sie unten der Reihe nach durch. Die Grenzen der Argumente gegenüber Gas erläutern wir in einem eigenen Artikel über die Vorteile der elektrischen Heizung.
1. Betriebssicherheit: ein Wärmeerzeuger oder viele
In einem Zentralsystem versorgen ein Kessel oder eine Wärmepumpe samt Rohren das ganze Haus, sodass ein Kesseldefekt oder ein Rohrbruch alle Zimmer kalt lässt. Die Innengeräte der Klimaanlage, die Elektro-Heizkörper, die Heizpaneele und die Kreise der Heizfolie arbeiten unabhängig voneinander. Ohne Strom heizt allerdings keine Lösung: Auch Steuerung und Pumpe des Gaskessels, die Wärmepumpe und die Klimaanlage brauchen elektrische Energie.
2. Lärm
Lärm entsteht durch bewegliche Teile: Zündung, Gebläse und Pumpe des Gaskessels, Kompressor und Ventilator von Wärmepumpe und Klimaanlage. Elektrische Strahlungsheizungen – Heizpaneel, Heizfolie – arbeiten ohne solche Teile und sind deshalb in dieser Hinsicht die leisesten.
3. Regelung und Zeitsteuerung
Am wirtschaftlichsten ist die Heizung, die nur dort und dann arbeitet, wo und wann sich jemand aufhält. Bei Klimaanlage und elektrischer Heizung ist die raumweise Regelung von vornherein gegeben; bei einem zentralen wasserführenden System lässt sie sich mit Zonenventilen oder smarten Heizkörperventilen gegen Mehrkosten lösen. Programmierbare, per Internet vom Smartphone steuerbare Thermostate gibt es heute für alle Systeme – zu den Zeitsteuerungs- und Smart-Home-Möglichkeiten der elektrischen Heizung schreiben wir auf einer eigenen Seite.
4. Wartung
Gaskessel und Wärmepumpe verlangen eine regelmäßige Wartung, bei der Klimaanlage müssen die Filter regelmäßig gereinigt werden. Bei wasserführenden Systemen kommt das Risiko von Rohrbruch oder Leckage hinzu, deren Reparatur unter dem Belag teuer ist. Elektro-Heizkörper, Heizpaneel und Heizfolie benötigen keine regelmäßige Wartung; bei ihnen sind Thermostat und Steuerung die empfindlichsten Elemente.
5. Installation
Am schnellsten ist der mobile Elektro-Heizkörper einsatzbereit. Für eine fest montierte elektrische Heizung braucht es einen Elektriker, einen geeigneten Stromkreis und Absicherung, und vorab ist zu klären, ob das elektrische Netz des Hauses die Last verträgt. Der Aufbau einer Gasheizung bedeutet Installationsarbeit und Abgasführung, der einer Wärmepumpe Haustechnikplanung und Wärmeabgabesysteme. Die Heizfolie bauen wir passend zum Schichtaufbau von Boden, Wand oder Decke ein – die Schritte zeigen wir auf der Seite So installieren wir die Heizfolie. Auf die Heizfolie der 4. Generation geben wir 15,5 Jahre Garantie, wenn wir die Ausführung übernehmen.
6. Energieeffizienz und Betriebskosten
Elektro-Heizkörper, Heizpaneel und Heizfolie wandeln den aufgenommenen Strom vor Ort in Wärme um, ohne Verteilleitungen. Beim Gaskessel entweicht ein Teil der Wärme mit dem Rauchgas, und auch an Rohren in unbeheizten Räumen kann Wärme verloren gehen. Wärmepumpe und Klimaanlage nutzen auch die Wärme der Umgebung, weshalb sie für dieselbe Wärmemenge deutlich weniger Strom verbrauchen als ein Infrarot-Heizpaneel oder ein Elektro-Heizkörper. Der Wärmeverlust des Gebäudes ist aber bei allen Systemen gleich groß – die Dämmung von Wand, Fenstern und Dach senkt bei jeder Heizart die Kosten.
Die Betriebskosten werden auch von Energiepreis und Tarif beeinflusst. Haushaltsgas ist im Rahmen des vergünstigten Verbrauchs in Ungarn günstiger als Strom. Der vergünstigte Heiztarif „H“ kann für Wärmepumpenheizungen mit einem SCOP von mindestens 3,4 – auch für einige heizfähige Split-Klimaanlagen – beantragt werden, nicht aber für Elektrokessel, Heizpaneele, Infrarot-Heizpaneele und Elektro-Heizkörper. Die Kosten von Wärmepumpe und Infrarotheizung stellen wir in einem eigenen Vergleich gegenüber.
7. Umweltwirkung
Verbrennung vor Ort gibt es nur beim Gaskessel: Es entstehen Kohlendioxid und Abgase, die abgeleitet werden müssen. Die übrigen Systeme laufen mit Strom, ihre Umweltwirkung hängt daher davon ab, aus welcher Quelle der Strom erzeugt wird; für dieselbe Wärmemenge brauchen Wärmepumpe und Klimaanlage weniger Strom. Ausführlich: Ist die elektrische Heizung umweltfreundlich?
Welche Heizart ist wann die richtige Wahl?
- Bestehende, gut erhaltene Gasheizung: Bleibt der Verbrauch im vergünstigten Bereich, ist ein Austausch allein aus Kostengründen selten dringend.
- Neues oder gut gedämmtes Haus mit wasserführender Wärmeabgabe: Hier kommt der niedrige Strombedarf der Wärmepumpe am besten zur Geltung, bei höherer Investition.
- Auch Kühlung im Sommer nötig: Die Klimaanlage löst beides; für alle, die Luftbewegung nicht mögen, ist sie mit elektrischer Strahlungsheizung kombinierbar.
- Zusatzheizung, selten genutzter Raum: Elektro-Heizkörper oder Infrarot-Heizpaneel, ohne Abrissarbeiten.
- Sanierung, unsichtbare und raumweise regelbare Komplettheizung: Heizfolie, mit leisem Betrieb und ohne regelmäßige Wartung.
Die Arten, Vorteile und Einsatzbereiche der elektrischen Heizung haben wir auf unserer Seite zur elektrischen Heizung zusammengefasst. Wenn Sie einen auf Ihr Haus zugeschnittenen Vorschlag möchten, können wir bei der Vor-Ort-Besichtigung in Kenntnis von Wärmebedarf und Stromnetz ein System empfehlen. Die Ausführung ist in Ungarn möglich.
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