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Sommerliches Wärmeempfinden und die Rolle der Beschattung im Wärmehaushalt des Hauses

Autor: Tóth Tamás · 5 Min. Lesezeit

Im Sommer bestimmt nicht nur die Luft das Wärmeempfinden, sondern auch die Strahlung erwärmter Wände und Böden. Wir zeigen, warum die Außenbeschattung am wirksamsten ist, was die Innenbeschattung bringt und wie all das den Verbrauch der Klimaanlage senkt.

Sommerliches Wärmeempfinden und die Rolle der Beschattung im Wärmehaushalt des Hauses

Im Sommer hält die Beschattung das Zuhause angenehm kühl, indem sie die Sonnenstrahlung auffängt, bevor sie Fenster, Wände und Boden erwärmt. Außenbeschattungen – Rollladen, Jalousie, Markise, Pergola – sind am wirksamsten, Innenvorhang und Jalousie sind nur Ergänzung. Bleibt die Wärme draußen, muss weniger gekühlt werden, sodass der Verbrauch der Klimaanlage sinkt.

Die sommerliche Hitze ist ein immer häufigerer Gast in unseren Wohnungen. Im Winter achten wir darauf, die Wärme drinnen zu halten, im Sommer dagegen ist die Hauptaufgabe, die Hitze draußen zu halten. Der Schlüssel zu angenehmem sommerlichem Wärmeempfinden ist nicht allein die Klimaanlage, sondern die Vorbeugung: der bewusste Einsatz der Beschattung und das Verständnis des Wärmehaushalts des Hauses. In diesem Artikel zeigen wir, wie die Beschattung auf Wärmeempfinden und Energieverbrauch wirkt.

Das sommerliche Wärmeempfinden: mehr als die Lufttemperatur

Das Thermometer zeigt nur einen Wert, das tatsächliche Wärmeempfinden wird aber von mehreren Faktoren gemeinsam geformt:

  1. Die Lufttemperatur: der naheliegendste Faktor, den wir üblicherweise messen.
  2. Die Luftfeuchtigkeit: In feuchter Wärme fühlt sich die Luft schwüler an, weil der Körper sich durch Verdunstung schwerer abkühlt.
  3. Die Luftbewegung: Ein leichter Luftzug, etwa durch einen Ventilator, kann das Wärmeempfinden spürbar verbessern, auch wenn sich die Lufttemperatur nicht ändert.
  4. Die Strahlungstemperatur: vielleicht der am meisten unterschätzte Faktor. Wenn sich Wände, Boden und Decke von der Sonnenstrahlung erwärmt haben, strahlen sie die Wärme zurück, und wir empfinden den Raum als wärmer, auch wenn die Luft relativ kühl ist. Im Winter gilt dasselbe umgekehrt: Neben kalten Wänden frieren wir, auch wenn der Thermostat die Luft schon aufgeheizt hat. Dieses Prinzip nutzen im Winter die Infrarotheizung, die Fußbodenheizung, die Deckenheizung und die Wandheizung – dabei strahlt die Fläche die Wärme ab.

Die Regulierung des sommerlichen Wärmeempfindens bedeutet also nicht nur, die Luft abzukühlen, sondern auch, dass sich die Oberflächen nicht erwärmen.

Beschattung und sommerliches Wärmeempfinden im Zuhause

Die Wege der Wärme ins Haus und die Rolle der Beschattung

Der erste Schritt der Abwehr ist zu wissen, woher die Wärme kommt. Sie gelangt hauptsächlich auf drei Wegen ins Zuhause:

  1. Fenster und Glasflächen: Das ist in der Regel der bedeutendste. Die direkte Sonnenstrahlung gelangt durch das Glas, erwärmt Einrichtung, Wände und Boden; hinter dem Glas wird die Wärme auch eingeschlossen, was die Erwärmung weiter verstärkt.
  2. Wände und Dach: Schlecht gedämmte Wände und das Dach erwärmen sich in der Sonne durch und geben die Wärme an die Innenräume ab.
  3. Lüftung: Die heiße Außenluft gelangt durch Lüften oder durch Undichtigkeiten der Fenster und Türen herein.

Hier bekommt die Beschattung die Hauptrolle: Sie verhindert, dass die Sonnenstrahlung ins Gebäude gelangt und die Innenflächen erwärmt.

Außenbeschattung – die wirksamste Lösung

Am wirksamsten sind die Beschattungen, die die Sonnenstrahlung schon vor der Glasfläche auffangen und zurückwerfen.

  • Rollladen: eine der wirksamsten Lösungen. Heruntergelassen schließt er die Sonnenstrahlung fast vollständig aus, sodass die durch das Fenster eindringende Wärme deutlich sinkt. Der Luftspalt zwischen Rollladen und Fenster bringt zusätzliche Wärmedämmung.
  • Jalousie: Sie sitzt ebenfalls vor dem Fenster, doch der Neigungswinkel ihrer Lamellen ist verstellbar, sodass sich eindringendes Licht und Wärme regulieren lassen, ohne dass der Raum völlig dunkel wird.
  • Markise und Pergola: Besonders nützlich zur Beschattung von nach Süden und Westen ausgerichteten Fenstern und Terrassen. Sie verhindern, dass die Sonne direkt auf Wand und Fenster brennt, und spenden kühlen Schatten in den Außenwohnbereichen. Auf einer überdachten, beschatteten Terrasse lässt sich auch die Terrassenheizung an kühleren Abenden wirksamer nutzen.
  • Außen liegende Lamellenbeschattung: feste oder bewegliche Lamellen, die die direkte Sonnenstrahlung ästhetisch und wirksam blockieren.
  • Bepflanzung: Bäume und Kletterpflanzen – vor allem an der Süd- und Westseite – spenden natürlichen Schatten und kühlen durch ihre Verdunstung auch ihre Umgebung.

Innenbeschattung – ergänzender Schutz

Die Innenbeschattung ist weniger wirksam, weil die Wärme dann schon durch das Glas gelangt ist und die Beschattung nur ihre weitere Ausbreitung zurückhält. Ihre Rolle hat sie trotzdem:

  • Verdunkelungsvorhang und Rollo: Sie erzeugen Schatten, doch das dunkle Material nimmt Wärme auf, erwärmt sich und kann sie in den Raum abstrahlen. Helle Materialien mit wärmereflektierender Oberfläche sind wirksamer.
  • Jalousie: Mit verstellbaren Lamellen reguliert sie Licht und Wärme.
  • Wärmereflektierende Fensterfolie: Sie lässt sich auf das Glas kleben, mit UV- und Wärmefilterschicht; ihre Wirksamkeit bleibt hinter der der Außenbeschattung zurück und kann die Durchsicht verschlechtern.

Beschattung und Verbrauch

Eine gute Beschattung beeinflusst direkt den Energieverbrauch des Zuhauses:

  • Weniger Klimaanlagennutzung: Wenn der Großteil der Wärme schon ausgesperrt wurde, muss die Klimaanlage deutlich weniger, mitunter gar nicht genutzt werden. Im Sommer ist die Klimaanlage einer der großen Energieverbraucher des Haushalts, die Ersparnis kann daher spürbar sein.
  • Effizientere Kühlung: Muss doch gekühlt werden, hat die Klimaanlage in einem beschatteten Raum weniger zu arbeiten, um die gewünschte Temperatur zu erreichen, was einen geringeren Verbrauch bedeutet.
  • Langfristig: Die Investitionskosten der Beschattung können sich über die niedrigere Stromrechnung amortisieren.

Zur gesunden und sparsamen Nutzung der Klimaanlage – Einstellung, Reinigung, Wartung – lesen Sie in unserem Artikel Wie kühlen wir gesund?.

Weitere Tipps zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeempfindens

  • Nachtlüftung: Wenn es draußen kühler ist als drinnen – meist nachts oder früh am Morgen –, öffnen Sie die Fenster, damit die drinnen gebliebene Wärme entweicht und auch die Wände abkühlen.
  • Dämmung: Gute Wärmedämmung hält im Winter die Wärme drinnen und im Sommer die Hitze draußen, sie ist daher die Grundlage der ganzjährigen Energieeffizienz. Auch die Effizienz der elektrischen Heizungen – Heizfolie, Heizfilm, Heizmatte, Heizkabel, Infrarot-Heizpaneel, Heizpaneel – und der Fußbodenheizung hängt von guter Dämmung ab.
  • Helle Farben: Helles Dach und helle Fassade reflektieren die Sonnenstrahlung, dunkle nehmen sie auf und erwärmen sich.
  • Weniger innere Wärmequellen: Vermeiden Sie in den heißesten Stunden Backofen, Haartrockner und Bügeleisen und schalten Sie unnötige Beleuchtung aus.
  • Ventilator: Er kühlt die Luft nicht, unterstützt aber durch Luftbewegung die Verdunstung des Körpers und verbessert das Wärmeempfinden – und verbraucht deutlich weniger Strom als die Klimaanlage.
  • Smart Home: Ein smarter Thermostat oder ein Steuerungssystem kann Beschattung, Lüftung und Klimaanlage aufeinander abstimmen.

Zusammenfassung

Die Grundlage für angenehmes sommerliches Wärmeempfinden ist die Vorbeugung: die Beschattung, die der Sonnenstrahlung den Weg versperrt, bevor sie die Innenräume erwärmt. Außenbeschattungen sind am wirksamsten, aber auch Innenlösungen und bewusstes Lüften verbessern den Komfort. So wird das Zuhause an heißen Tagen nicht nur angenehmer, sondern es können auch Energieverbrauch und Kosten der Klimaanlagennutzung sinken. Betrachten Sie die Beschattung deshalb nicht nur als ästhetisches Element, sondern als wichtigen Teil der Energieeffizienz Ihres Zuhauses.

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