Infrarotheizung im Holz-Modulhaus
Autor: Tóth Tamás · 3 Min. Lesezeit
Wie viel Heizfolie braucht ein Holz-Modulhaus, und warum kann mehr in den Boden kommen, als die Energiebilanz rechtfertigt? Planungsentscheidungen eines Ferienhauses in Balatonfenyves (2020): Boden- und Deckenheizung, 6-mm-Aufbau, Fernsteuerung.
In einem Holz-Modulhaus muss die Infrarotheizung aus dem Wärmeverlust des Hauses und den Komfortwünschen des Eigentümers dimensioniert werden: Bei einem gut gedämmten Haus würde wenig Heizfolie genügen, doch wenn die Wärme des gesamten Bodens gewünscht wird, kommt mehr hinein. Im Ferienhaus in Balatonfenyves von 2020 wurden daher Boden- und Deckenheizung ausgeführt – der Boden liefert den Komfort, die Decke das schnelle Aufheizen.
Für den Auftraggeber war es nicht die erste Infrarotheizung: Zuvor hatten wir bei ihm in einem Operationssaal für plastische Chirurgie ebenfalls die Deckenheizung mit Heizfolie ausgeführt (siehe auch: Infrarotheizung im Operationssaal). Den Bau des Modulhauses, die Grundtypen des Herstellers und die Fotos der gesamten Ausführung zeigt unser Beitrag Modulhaus, Holzhaus: Heizung ausführlich – hier konzentrieren wir uns auf die Planungsentscheidungen.
Wie viel Heizfolie braucht ein Modulhaus?

Die Planung beginnt mit der technischen Berechnung. Unsere Fachleute bestimmen die nötige Menge Heizfolie aus dem Energieverlust des Gebäudes und aus dem, was der Kunde von der Heizung erwartet. Beides führt nicht immer zum selben Ergebnis:
- Energetischer Bedarf: Bei einem gut gedämmten Haus kann es sein, dass wenige Folienstreifen genügen würden, um die nötige Wärme zu liefern.
- Komfortbedarf: Wünscht der Eigentümer jedoch, dass die gesamte Bodenfläche angenehm warm ist, braucht es zur Abdeckung mehr Folie, als der Wärmebedarf allein rechtfertigen würde.
Dann müssen Leistung der Folie und Regelung so abgestimmt werden, dass die größere beheizte Fläche keinen unnötigen Verbrauch bedeutet. Zum Ablauf der Dimensionierung lesen Sie auf unserer Seite zur Vor-Ort-Besichtigung und Beratung.
Warum Boden- und Deckenheizung zusammen?
Der Eigentümer wünschte sich einen warmen Boden, doch der gewählte dicke Schwedendielenboden hat eine größere thermische Trägheit und erwärmt sich langsamer. Da das Haus als Ferienhaus genutzt wird, war es wichtig, dass es nach der Ankunft schnell warm wird. Die Lösung waren zwei Systeme:
- Die Deckenheizung über dem Gipskarton gibt je nach Belag innerhalb von 5–15 Minuten spürbare Wärme an die Anwesenden ab;
- die Fußbodenheizung unter dem Schwedenboden sorgt für dauerhafte, angenehme Wärme an den Fußsohlen.
Einbau im Takt von Fertigung und Montage
Beim Modulhaus muss der Einbau der Heizung auf die Fertigung abgestimmt werden. Die Deckenfolie wurde zusammen mit der Reflexionsfolie noch im Werk des Herstellers befestigt, und die Gipskartonverkleidung kam danach darüber, sodass im Wohnraum kein Heizkörper zu sehen ist.

Im Boden musste die Reflexionsfolie entlang der Leitungsverläufe ausgeschnitten werden, damit der Schwedenboden auf eine ebene Fläche kommt; der gesamte Heizungsaufbau betrug so nur 6 mm. Die Leitungen laufen in eine Anschlussdose, der Bodenfühler überwacht die Bodentemperatur.

Das Verbinden der Module, die Dacheindeckung und die technische Übergabe erfolgten vor Ort in wenigen Tagen, danach war das Haus bezugsfertig. Das Modulhaus wurde von Németh-Fa gefertigt.

Steuerung in einem aus der Ferne genutzten Ferienhaus
Die Heizung wird von einem Smart-Home-System gesteuert, mit raumweise getrennt einstellbarer Temperatur; dasselbe regelt auch den Boiler und die Rollläden. Bei einem Ferienhaus hat das praktischen Nutzen: Die Heizung lässt sich vor der Ankunft aus der Ferne starten, und im Winter kann das Haus auf niedrigerer Temperatur temperiert werden. Zur raumweisen Regelung finden Sie Details auf unserer Thermostat-Seite.
Das Video zur Ausführung:
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