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Moderne Heizungsregelung: Wie Sie bis zu 30 % sparen

Autor: Tóth Tamás · 6 Min. Lesezeit

Zonenregelung, Zeitprogramme, selbstlernende und witterungsgeführte Smart-Thermostate: Was kann moderne Heizungssteuerung, woher kommt die Ersparnis und wann sind die im Titel genannten bis zu 30 % erreichbar.

Moderne Heizungsregelung: Wie Sie bis zu 30 % sparen

Mit moderner Heizungsregelung – raumweisen Thermostaten, Zeitprogrammen und einer Automatik, die Abwesenheit, offene Fenster oder Sonnenschein berücksichtigt – lässt sich eine spürbare Ersparnis erzielen, weil das Haus nur dort und nur so stark heizt, wo und wie stark es nötig ist. Die im Titel genannten bis zu 30 % sind ein Höchstwert: Er ist erreichbar, wenn die frühere Regelung sehr verschwenderisch war; das tatsächliche Ergebnis hängt daher immer vom Ausgangszustand ab.

Die Heizung gehört zu den größten Kosten eines Haushalts, und viele glauben, sparen gehe nur zulasten des Komforts. Die moderne Heizungssteuerung zeigt das Gegenteil: Sie ist präziser, bequemer und verbraucht dabei weniger Energie. In diesem Ratgeber stellen wir ihre Elemente vor und zeigen, woher die Ersparnis tatsächlich kommt.

Warum genügt ein einziger Thermostat nicht?

In traditionellen Systemen – sei es Heizkörperheizung oder eine einfachere Fußbodenheizung – steuert oft ein einziger Thermostat die ganze Wohnung, oder man kann die Heizung nur ein- und ausschalten. Ein solches System reagiert weder auf Änderungen der Außentemperatur noch auf einfallende Sonne noch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Räume, überheizt daher leicht und verursacht unnötigen Verbrauch.

Moderne Regelung ist aus mehreren Gründen wichtig geworden:

  • Unberechenbare Energiepreise: Jede eingesparte Kilowattstunde zählt.
  • Umweltbewusstsein: Weniger verbrauchte Energie bedeutet geringere Umweltbelastung.
  • Komfortanspruch: Es ist sinnlos, das leere Gästezimmer genauso zu heizen wie das Wohnzimmer.
  • Veraltete Systeme: In vielen Haushalten läuft noch heute eine schlecht regelbare Heizung mit unbegründet hoher Rechnung.

Moderne Heizungsregelung mit Smart-Thermostat

Die Grundpfeiler moderner Heizungsregelung

Das Wesen moderner Heizungssteuerung sind Präzision, Flexibilität und Automatisierung.

1. Zonenregelung – je Raum eine andere Temperatur

Statt dass das ganze Haus auf einer einzigen Temperatur steht, lassen sich in jedem Raum (oder jeder Heizzone) Temperatur und Zeitprogramm getrennt einstellen.

  • Unterschiedliche Funktionen: Als Richtwert sind im Wohnzimmer um 21 °C, im Schlafzimmer kühlere um 18 °C, im Badezimmer 23–24 °C angenehm – das ist individuell verschieden.
  • Auslastung: Selten genutzte Räume (Gästezimmer, Hauswirtschaftsraum) müssen nur temperiert werden.
  • Ausrichtung: Nordzimmer kühlen schneller aus, die Südzimmer erwärmt auch die Sonne; die Zonenregelung gleicht das aus.

Möglichkeiten der Umsetzung:

  • Smarte Thermostate je Raum oder Heizkreis.
  • Smarte Heizkörperthermostate bei Heizkörpersystemen: per Telefon oder Zentraleinheit steuerbar, sodass jeder Heizkörper einzeln einstellbar ist.
  • Bei Elektroheizung ist die Infrarotheizung – Infrarot-Heizpaneel, Heizpaneel, Heizfolie oder älterer Heizfilm als Fußbodenheizung, Deckenheizung oder Wandheizung – von vornherein gut in Zonen teilbar, da jede beheizte Fläche einen eigenen Anschluss und in der Regel einen eigenen Thermostat erhält.

Welcher Thermostattyp wofür gedacht ist und wo er montiert werden sollte, beschreiben wir in unserem Beitrag zu Raumthermostaten.

2. Programmierung und Automatisierung

  • Tages- und Wochenprogramme: Man kann vorab einstellen, zu welcher Tageszeit welche Temperatur herrschen soll. Solange die Familie arbeitet oder in der Schule ist, kann die Tagestemperatur sinken, und eine halbe Stunde vor der Heimkehr heizt das System wieder auf.
  • Selbstlernender Betrieb: Fortgeschrittene Systeme lernen, wie lange sich ein Raum aufheizt oder abkühlt, und passen den Start daran an, damit der eingestellte Wert zur gewünschten Zeit erreicht wird.
  • Witterungsführung: Viele Smart-Thermostate berücksichtigen die Temperaturvorhersage, einige Typen auch den Sonnenschein – heizt die Sonne das Wohnzimmer auf, nimmt die Heizung zurück.
  • Standortbasierte Steuerung (Geofencing): Anhand der Position des Telefons erkennt sie, ob Sie Ihr Zuhause verlassen haben oder sich auf dem Heimweg befinden.
  • Erkennung offener Fenster: Aus dem plötzlichen Temperaturabfall erkennt sie das Lüften und stoppt die Heizung vorübergehend.

Technische Lösungen

  • Smart-Thermostate: Sie ersetzen den herkömmlichen Thermostat und verbinden sich per WLAN mit der Smartphone-App. Die meisten sind mit Heizungen einsetzbar: mit Gaskessel, Warmwasser-Fußbodenheizung und Elektroheizung – Heizmatte, Heizkabel, Heizfolie, Infrarot-Heizpaneel –, manche Typen auch mit Klimaanlage. Typische Funktionen: Fernzugriff, Verbrauchsverfolgung, Wochenprogramm, Wettervorhersage.
  • Smarte Heizkörperthermostate: Bei Heizkörperheizung die einfachsten Mittel zur Zonenregelung.
  • Zentrale Steuereinheit: In einem komplexeren Smart Home stimmt eine Zentrale Heizung, Beleuchtung und Sicherheitssystem aufeinander ab.
  • Elektroheizung und smarte Steuerung: Elektrische Flächenheizungen reagieren schnell, was der Smart-Thermostat gut ausnutzt: Die Aufheizzeit ist kürzer, und die eingestellte Temperatur lässt sich genauer halten.

Woher kommt die Ersparnis?

Die Ersparnis ergibt sich nicht aus einer einzigen Funktion, sondern aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren:

  1. Unnötiges Heizen entfällt. Heizt das Haus nicht mit voller Temperatur, wenn niemand zu Hause ist oder alle schlafen, ist das allein schon eine erhebliche Ersparnis. Der Smart-Thermostat erledigt das per Programm oder standortbasierter Steuerung selbstständig.
  2. Genauere Temperatur. Bei Handregelung ist es oft 1–2 Grad wärmer als nötig. Nach einer Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) von 2022 spart das Absenken des Thermostats um 1 °C etwa 7 % der Heizenergie – wenn genauere Regelung das Überheizen beseitigt, zeigt sich das direkt auf der Rechnung.
  3. Zonenregelung. Das Temperieren selten genutzter Zimmer statt gleichmäßigen Heizens des ganzen Hauses bringt weitere Ersparnis.
  4. Selbstlernender und witterungsgeführter Betrieb. Das System heizt zur nötigen Zeit und im nötigen Maß und berücksichtigt auch die Wärme der einfallenden Sonne.
  5. Verbrauchsverfolgung. Aus den Echtzeitdaten wird ersichtlich, wo unnötig Energie verbraucht wird, und die Einstellungen lassen sich daran anpassen.

Wie viel das zusammen bedeutet, lässt sich allgemein nicht sagen. Bei einem Haus, das den ganzen Tag, auch in der leeren Wohnung, auf einer einzigen hohen Temperatur gehalten wird, können die im Titel genannten bis zu 30 % erreichbar sein; bei einem bereits programmierten, raumweise geregelten System fällt die weitere Verbesserung kleiner aus. Das eigene Ergebnis können Sie prüfen, indem Sie den Verbrauch vor und nach der Umstellung messen – wie das geht, zeigt unser Beitrag zur Messung des Stromverbrauchs.

Weitere Vorteile und Kopplungsmöglichkeiten

  • Mehr Komfort: Die Temperatur ist ohne Nachstellen so, wie Sie sie mögen.
  • Fernzugriff: Per Telefon können Sie die Einstellungen von überall prüfen und ändern.
  • Umwelt: Geringerer Verbrauch bedeutet geringere Umweltbelastung.
  • Vernetzung: Viele Systeme arbeiten mit anderen Smart-Home-Geräten zusammen – zum Beispiel nimmt die Heizung zurück, wenn die Alarmanlage scharf geschaltet wird.
  • Zusammen mit Photovoltaik: Bei Photovoltaikanlage und Heimspeicher hilft die smarte Steuerung, selbst erzeugten Strom dann zu nutzen, wenn er verfügbar ist. Wie viel das auf der Rechnung ausmacht, hängt auch von der Abrechnungsart ab: Seit dem 1. Januar 2024 gilt bei neuen Haushaltsanlagen in Ungarn die Brutto-Abrechnung – eingespeister und bezogener Strom werden getrennt abgerechnet –, und in der Saldo-Abrechnung können nur Anlagen bleiben, die bis September 2023 beantragt und bis zum 1. Januar 2026 in Betrieb genommen wurden, höchstens für 10 Jahre.
  • Zusatzheizungen: Auch die Terrassenheizung oder die Setzlingsheizung lassen sich mit Smart-Steckdose oder eigenem Thermostat steuern, sodass auch diese nicht unnötig laufen.
  • Elektrosmog: Auch Thermostate und Steuerungen sind elektrische Geräte. Was Elektrosmog bedeutet und welche Werte wir bei der Heizfolie gemessen haben, lesen Sie auf einer eigenen Seite.

Installation und Inbetriebnahme – die Rolle des Fachmanns

Obwohl viele Smart-Thermostate für die „Do-it-yourself“-Installation angeboten werden, wird für sicheren und effizienten Betrieb ein Fachmann dringend empfohlen, besonders bei Gaskessel oder komplexem elektrischem Heizsystem.

  • Kompatibilität: Der Fachmann wählt die zur vorhandenen Heizung passende Lösung.
  • Sicherer Anschluss: Elektroinstallation und Anschluss der Kesselsteuerung erfordern Fachkenntnis.
  • Einstellungen: Die anfängliche Programmierung und Kalibrierung ist mit fachlicher Hilfe wirksamer.
  • Wartung: Die periodische Prüfung des Heizsystems – besonders bei Wassersystemen – bleibt weiterhin wichtig.

Zusammenfassung

Moderne Heizungsregelung ist nicht bloß eine Komfortfunktion: Mit Smart-Thermostaten, Zonenregelung und automatisiertem Betrieb lassen sich die Heizkosten senken und der Komfort steigern. Amortisation und Höhe der Ersparnis hängen vom Ausgangssystem ab – je verschwenderischer die frühere Regelung war, desto mehr bringt der Wechsel. Über die Vorteile des programmierbaren Thermostats haben wir auch gesondert geschrieben: 5 Gründe für einen programmierbaren Thermostat.

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