Terrassenheizung im Sommer – wann ist sie sinnvoll?
Autor: Tóth Tamás · 5 Min. Lesezeit
Im Sommer lohnt sich die Terrassenheizung, wenn Abende und Morgenstunden abkühlen und Sie die Terrasse dann weiter nutzen. Welche Heizung im Freien funktioniert, wann sie sich lohnt und wann nicht, und worauf bei der Auswahl zu achten ist.
Im Sommer ist die Terrassenheizung sinnvoll, wenn Sie die Terrasse auch nach Sonnenuntergang nutzen und die Luft dann spürbar abkühlt: zu Beginn und am Ende des Sommers, bei Zusammenkünften bis in die Morgenstunden, in höherer Lage, in der Gastronomie oder wenn jemand in der Familie leichter friert. Dafür ist eine regelbare elektrische Infrarotheizung – Dunkelstrahler oder Infrarotpaneel – geeignet, nur für die Dauer der Nutzung eingeschaltet.
Warum kann ein Sommerabend auf der Terrasse kühl sein?
Nach 30–35 °C am Tag kann die Luft bei Sonnenuntergang rasch abkühlen, besonders im Mai, Juni sowie Ende August und September. Eine um 20 Uhr beginnende Gartenparty zieht sich leicht bis in die Morgenstunden hin, und die 15–18 °C am frühen Morgen sind nicht mehr für jeden angenehm unter freiem Himmel. Außerdem:
- Nach einem Schauer oder einer Kaltfront fällt die Temperatur plötzlich, die Luft wird feuchter und kühler.
- Bei Häusern im Bergland und in höherer Lage kühlen die Abende auch im Sommer früher ab als im Flachland.
- Das Wärmeempfinden ist individuell: Wer leichter friert, dem bedeutet schon eine milde, gezielte Wärme viel.
- In der Gastronomie zeigt sich die Auslastung der Terrasse unmittelbar im Umsatz, deshalb lohnt es sich, auch die kühleren Stunden zu überbrücken.
Welche Heizung funktioniert im Freien?
Geräte, die die Luft erwärmen, etwa Heißluftgebläse, haben im Freien einen schwachen Wirkungsgrad: Die erwärmte Luft trägt schon die kleinste Luftbewegung davon. Auf der Terrasse ist daher die Strahlungsheizung zielführend. Die Infrarotheizung funktioniert wie der Sonnenschein: Die Strahlung wird von Körpern und Flächen aufgenommen und zu Wärme, sodass Sie auch dann angenehme Wärme spüren, wenn die Luft kühl ist.
Elektrische Infrarotheizer – welcher wofür?
- Infrarotstrahler mit Halogenlampe: gibt schnell Wärme ab, aber sein kräftiges rötliches Licht kann die Stimmung an einem Sommerabend stören.
- Heizkörper mit Karbon-Heizfaden: weicheres Licht, einige Ausführungen sind auch als Dunkelstrahler erhältlich.
- Dunkelstrahler: gibt kein sichtbares Licht ab, nur Wärme – eine gute Wahl, wenn Sie die Beleuchtung der Terrasse gesondert lösen. Zu Fragen rund um elektromagnetische Felder schreiben wir auf unserer Seite zum Elektrosmog.
- Infrarotpaneel und Heizpaneel: an Wand, Decke oder Ständer montierbar, daher auch auf überdachter Terrasse, unter der Pergola gut platzierbar.
Für die elektrische Infrarot-Terrassenheizung spricht, dass sie nach dem Einschalten sofort wärmt, man also nicht vorheizen muss; sie bringt die Wärme dorthin, wo man sitzt, daher lässt sich der Verbrauch besser im Zaum halten als bei Geräten, die die Luft heizen. Sie bläst keine Luft und wirbelt daher weniger Staub auf; sie ist leise, geruchlos, vor Ort entstehen keine Verbrennungsprodukte, und es gibt keine offene Flamme und keine Gasflasche.
Sie hat auch Grenzen. Anschaffung und Einbau verursachen einmalige Kosten, und wohin die Strahlung nicht reicht – in den Schatten einer Säule oder eines Sonnenschirms –, ist auch die Wärme nicht spürbar. Wie umweltschonend sie ist, hängt auch davon ab, aus welcher Quelle der Strom stammt.
Gas-Terrassenstrahler und Gartenfeuerstelle
Der Gas-Terrassenstrahler ist mobil und gibt viel Wärme ab, arbeitet aber mit offener Flamme, die Flasche muss regelmäßig gewechselt werden, und er stößt Verbrennungsprodukte aus, daher eignet er sich weniger für überdachte, geschlossenere Terrassen. Der Gartenkamin oder die Feuerstelle schafft vor allem Stimmung: Sie wärmt nur in unmittelbarer Nähe, raucht, und das Holz muss beschafft und gelagert werden. Einen Vergleich nach Kriterien finden Sie im Vergleich der Außenheizsysteme.
Wann lohnt es sich im Sommer – und wann nicht?
Es lohnt sich, wenn …
- Sie auch an Abenden zu Beginn und Ende des Sommers draußen sind – Ende Mai, Anfang Juni, Ende August und im September ist es tagsüber noch warm, der Abend aber schon kühl;
- Sie oft Zusammenkünfte bis spät in den Abend abhalten, bei denen der Komfort der Gäste wichtig ist;
- Sie eine überdachte Terrasse oder Pergola haben – Dach und Seitenwände mildern die Luftbewegung, sodass die Strahlungsheizung besser zur Geltung kommt und die elektrische Heizung hier wirtschaftlich betrieben werden kann;
- Sie ein Restaurant, Café oder Pub betreiben und die Öffnungszeit der Terrasse auf kühlere Stunden ausdehnen möchten;
- es in der Familie ein leichter frierendes Mitglied gibt, das ohne Heizung auf die Abende draußen verzichten müsste.
Es lohnt sich weniger, wenn …
- Sie die Terrasse abends selten nutzen oder die Sommernächte bei Ihnen ohnehin nicht unangenehm abkühlen;
- die Terrasse vollständig offen und windig ist – dann gibt auch die Strahlungsheizung nur in ihrer unmittelbaren Reichweite ein gutes Gefühl, den ganzen Raum kann man nicht „ausheizen“;
- die Heizung auch dann liefe, wenn niemand draußen ist – das sollten Sie mit Zeitschalter oder Fernbedienung ausschließen.
Worauf bei Auswahl und Nutzung zu achten ist
- Leistung: Sie sollte zur Größe der Terrasse und zum gewünschten Wärmeempfinden passen; unnötig hohe Leistung verursacht unbegründeten Verbrauch.
- IP-Schutzart: Im Freien darf nur ein gegen Staub und Feuchtigkeit geschütztes Gerät verwendet werden; mindestens die Schutzart IPX4 wird empfohlen.
- Befestigung: Bei Wand- und Deckenmodellen ist eine stabile Halterung nötig, bei Standgeräten ein Kippschutz.
- Regelung: Thermostat, Leistungsstufen oder Fernbedienung – so erzeugt es immer nur so viel Wärme, wie am jeweiligen Abend nötig ist.
- Platzierung: Die Strahlung sollte die Sitzplätze erreichen, und das Gerät darf nicht in die Nähe brennbarer Materialien kommen.
Wenn Sie eine geschlossene, verglaste Terrasse das ganze Jahr über nutzen möchten, kommt dort auch die unter dem Belag eingebaute Heizfolie infrage. Darüber berichten unser Beitrag zur Terrassenheizung mit Heizfolie und das Beispiel einer Restaurantterrasse in Debrecen.
Zusammenfassung
Die Sommer-Terrassenheizung ist kein überflüssiger Energieverbrauch, wenn Sie sie bewusst nutzen: an kühleren Abenden und Morgenstunden, nur solange man draußen ist, mit einer auf die Terrasse dimensionierten, regelbaren elektrischen Infrarotheizung. Mit Dunkelstrahler oder Infrarotpaneel lässt sich die Zeit im Freien auch dann verlängern, wenn laut Kalender Sommer ist, der Abend aber etwas anderes zeigt. Zu Typ und Leistung, die zu Ihrer Terrasse passen, informieren Sie sich auf unserer Seite zur Terrassenheizung, für einen konkreten Standort fordern Sie ein Angebot an. Die Ausführung ist in Ungarn möglich.
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