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Stromverbrauch außerhalb der Heizsaison senken

Autor: Tóth Tamás · 6 Min. Lesezeit

Im Sommer verbrauchen Klimaanlage, Kühlschrank, Elektro-Boiler und Standby-Geräte den meisten Strom. Praktische Tipps, wie Kühlen, Warmwasser, Küche und Wäsche sparsamer werden – und warum Sie Zusatzheizungen auch im Sommer kontrollieren sollten.

Stromverbrauch außerhalb der Heizsaison senken

Außerhalb der Heizsaison bestimmen vor allem Klimaanlage, Kühlschrank und Gefrierschrank, Elektro-Boiler, im Standby belassene Geräte sowie Waschen und Trocknen den Stromverbrauch eines Haushalts. Mit mäßiger Klimaeinstellung, Beschattung, einer Zeitschaltung für den Boiler, vom Netz getrennten Standby-Verbrauchern und tatsächlich ausgeschalteten Zusatzheizungen lässt sich die Stromrechnung auch im Sommer spürbar senken.

Am Ende der Heizsaison atmen viele auf, doch Energiesparen ist nicht nur eine Winteraufgabe. So wie wir im Winter auf die sparsame Einstellung von Infrarotheizung oder Fußbodenheizung achten, kommt es auch im Sommer auf die Gewohnheiten an. Im Folgenden gehen wir durch, wo in den warmen Monaten der meiste Strom verbraucht wird und was Sie dagegen tun können.

Die großen Verbraucher im Sommer

Im Winter verschlingt die Heizung den größeren Teil der Energie – ob Deckenheizung, Wandheizung, Heizfolie oder ein älteres Heizfilm-System. Im Sommer rücken andere Geräte in den Vordergrund; über Verbrauch und Nebenkosten der Heizung schreiben wir auf einer eigenen Seite.

1. Kühlen – der größte Sommerverbraucher

In der Hitze ist die Nutzung der Klimaanlage der größte Posten. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich dabei viel sparen:

  • Mäßige Einstellung: Kühlen Sie die Wohnung nicht zu stark. 24–26 °C fühlen sich meist angenehm an und benötigen deutlich weniger Strom als 20–22 °C. Laut einer Empfehlung der Internationalen Energieagentur (IEA) von 2022 kann es den Stromverbrauch der Klimaanlage um bis zu 10 % senken, sie um 1 °C wärmer einzustellen.
  • Beschattung: Halten Sie die Sonneneinstrahlung mit Rollläden, Fensterläden, Verdunkelungsvorhängen oder einer Außenmarkise draußen. Lüften Sie nach Sonnenuntergang, wenn es draußen kühler ist, gründlich.
  • Saubere Filter: Durch regelmäßig gereinigte Filter strömt die Luft leichter; ein verstopfter Filter verschlechtert die Luftqualität und erhöht den Verbrauch.
  • Timer und Thermostat: Die Klimaanlage soll nur laufen, wenn sie wirklich gebraucht wird; mit smarter Steuerung lässt sie sich auch aus der Ferne einstellen.
  • Ventilator: Die Luftbewegung eines Deckenventilators oder eines guten Standventilators lindert die Hitze mit wenig Strom.

Weitere praktische Ratschläge finden Sie in unserem Beitrag 5 nützliche Tipps zur Nutzung einer Klimaanlage.

2. Kühlschrank und Gefrierschrank – sie laufen 24 Stunden am Tag

  • Richtige Temperatur: Allgemein empfohlen sind etwa +5 °C im Kühlschrank und −18 °C im Gefrierfach. Kältere Einstellungen erhöhen den Verbrauch unnötig.
  • Guter Standort: Nicht neben Herd oder Heizkörper und nicht in der prallen Sonne aufstellen; lassen Sie hinter dem Gerät Platz zur Belüftung.
  • Intakte Dichtung: Durch eine schlecht schließende Tür entweicht ständig Kälte, und das Gerät muss mehr arbeiten.
  • Abtauen, Reinigen: Eisbildung verschlechtert die Effizienz; tauen Sie den Gefrierschrank regelmäßig ab und entstauben Sie den Wärmetauscher an der Rückseite.
  • Vernünftige Nutzung: Keine heißen Speisen hineinstellen und die Tür nur kurz öffnen.

3. Warmwasserbereitung

Der Elektro-Boiler kann auch außerhalb der Heizsaison ein bedeutender Verbraucher sein.

  • Temperatur: Stellen Sie sie nicht höher als nötig ein, bleiben Sie im vom Hersteller empfohlenen Bereich – zu heißes Wasser ist verschwendete Energie, und es bildet sich mehr Kalk.
  • Zeitschaltuhr: Wenn Sie nicht den ganzen Tag Warmwasser brauchen, genügt es, per Zeitschaltuhr vor der morgendlichen und abendlichen Nutzung aufzuheizen. Bei längerer Abwesenheit schalten Sie ihn aus.
  • Duschen statt Baden: Duschen verbraucht weniger Warmwasser.
  • Durchlauferhitzer: Bei geringer Wasserentnahme (zum Beispiel an einem Waschbecken) ist er eine Überlegung wert: Auch er erwärmt per elektrischer Widerstandsheizung, aber nur, wenn Wasser genutzt wird, ohne Speicherverluste.

Stromverbrauch außerhalb der Heizsaison senken

Versteckte Verbraucher und Alltagsgewohnheiten

Neben den großen Verbrauchern gibt es viele kleinere Posten, die sich summiert auf der Rechnung bemerkbar machen.

1. Standby-Verbrauch

Fernseher, Computer, Ladegeräte, Kaffeemaschine und viele andere Geräte verbrauchen auch ausgeschaltet im Standby Strom. Einzeln ist es wenig, aber bei vielen Geräten über das ganze Jahr summiert sich ein spürbarer Posten.

  • Stecker ziehen: Ziehen Sie nicht benutzte Geräte aus der Steckdose – besonders Ladegeräte, die auch ohne Handy Strom verbrauchen können.
  • Schaltbare Steckdosenleiste: Mit einem Knopfdruck trennt sie alle angeschlossenen Geräte vom Netz.
  • Auch vor kurzen Reisen: Schon bei einer Abwesenheit von wenigen Tagen lohnt es sich, auszuschalten, was nicht laufen muss.

Ein vom Netz getrenntes Gerät erzeugt auch kein elektrisches Feld; was Elektrosmog in der Wohnung bedeutet und was wir bei der Heizfolie gemessen haben, lesen Sie auf einer eigenen Seite.

2. Beleuchtung

  • Tageslicht: Nutzen Sie tagsüber das natürliche Licht.
  • LED: LED-Leuchtmittel verbrauchen wenig Strom und halten lange.
  • Ausschalten: Machen Sie das Licht aus, wenn Sie den Raum verlassen.

3. Küche

  • Wasserkocher: Kochen Sie nur so viel Wasser, wie Sie brauchen, und entkalken Sie ihn regelmäßig.
  • Mikrowelle: Zum Erwärmen kleiner Portionen sparsamer als der herkömmliche Backofen.
  • Backofen: Öffnen Sie ihn beim Backen nicht ständig, denn bei jedem Öffnen entweicht viel Wärme; einige Minuten vor Ende können Sie ihn ausschalten, die Restwärme beendet den Garvorgang.
  • Induktionskochfeld: Es erwärmt direkt den Topf und ist deshalb sparsamer als ein herkömmliches Elektrokochfeld.

4. Waschen und Trocknen

  • Volle Maschine: Starten Sie die Waschmaschine immer gut gefüllt.
  • Niedrigere Temperatur: Die meiste Wäsche wird auch bei 30–40 °C sauber, was gegenüber 60 °C viel Energie spart.
  • Trocknen im Freien: Hängen Sie die Wäsche im Sommer draußen auf; der Wäschetrockner verbraucht viel Strom.
  • Weniger Bügeln: Gut ausgeschüttelte, ordentlich aufgehängte Wäsche muss oft nicht oder nur kurz gebügelt werden.

5. Zusatzheizungen im Sommer

  • Setzlingsheizung: Wenn Sie auch in den warmen Monaten Setzlinge ziehen, prüfen Sie, ob die Heizung per Thermostat geregelt wird und nur so lange läuft wie nötig.
  • Terrassenheizung: Auch an kühleren Sommerabenden kommt sie zum Einsatz – achten Sie darauf, dass sie nicht eingeschaltet bleibt.
  • Zusatzheizung in der Wohnung: Wenn Infrarot-Heizpaneel, Elektroheizkörper, Heizmatte oder Heizkabel ergänzend heizen, vergewissern Sie sich, dass sie in den warmen Monaten wirklich ausgeschaltet sind und der Thermostat in einer kühleren Nacht nicht einschaltet.

Längerfristige Investitionen

  • Wärmedämmung: Gute Dämmung hält im Winter die Wärme drinnen und im Sommer die Hitze draußen – in einem gedämmten Haus muss weniger gekühlt werden.
  • Moderne Fenster und Türen: Der Austausch alter, schlecht schließender Fenster und Türen lohnt sich auch im Sommer.
  • Photovoltaik: Mit einer Photovoltaikanlage kann ein Teil des Strombedarfs des Haushalts vor Ort erzeugt werden, und die sommerliche Klimanutzung passt gut zur Erzeugungsspitze. Wie groß der Anteil übers Jahr ist, hängt auch von der Abrechnung ab.

Smartes Zuhause, bewusste Kontrolle

Mit smartem Thermostat, smarter Steckdose und Energiemonitor lässt sich genau verfolgen, welches Gerät wie viel verbraucht. Der in Echtzeit sichtbare Verbrauch motiviert oft allein schon zur Veränderung, und die Einstellungen lassen sich darauf aufbauend feinjustieren. Wie Sie den Verbrauch Ihrer Heizfolie messen und berechnen können, zeigen wir in unserem Beitrag zur Stromverbrauchsmessung.

Fazit

Das Senken des Stromverbrauchs hört auch am Ende der Heizsaison nicht auf. Im Sommer bieten Kühlung, Kühlschrank, Warmwasserbereitung und Standby-Verbraucher die meisten Möglichkeiten, und Zusatzheizungen sollten Sie wirklich ausschalten. Auch kleine Schritte summieren sich: Bewusst das ganze Jahr genutzt, lässt sich der Energieverbrauch des Haushalts dauerhaft senken.

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